Alptraum im Luftschutzbunker – Hamburg-Borgfelde, 28. Juli 1943 

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  1. Oktober 2025

Hamburg im Feuersturm 

Im Sommer 1943 wurde Hamburg zum Ziel einer der schwersten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs. Die britische Luftwaffe startete unter dem Namen „Operation Gomorrha“ eine Serie von Bombardierungen, die die Stadt in Schutt und Asche legten. Besonders in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 kam es zu einer Katastrophe, die bis heute im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert ist. 

In dieser Nacht warf die Royal Air Force tausende Spreng- und Brandbomben über Hamburg ab. Ganze Stadtteile wie Hammerbrook, Rothenburgsort und Borgfelde wurden fast vollständig zerstört. Es entstand ein Feuersturm, der Temperaturen von mehreren hundert Grad erzeugte und alles in seiner Umgebung verschlang. 

Der Bunker am Borgfelde 

Viele Menschen suchten in Luftschutzbunkern Schutz vor den Angriffen. Einer dieser Bunker stand im Stadtteil Borgfelde. Rund 250 Menschen drängten sich dort in der Nacht des 28. Juli zusammen, in der Hoffnung, die Bombardierung zu überleben. 

Doch die eingesetzten Phosphorbomben setzten nicht nur die Umgebung in Brand, sondern entzogen auch dem Inneren des Bunkers den lebenswichtigen Sauerstoff. Innerhalb kurzer Zeit wurde die Luft stickig und giftig. Viele der Eingeschlossenen erstickten – der Bunker, der eigentlich Sicherheit bieten sollte, wurde für sie zum Grab. 

Operation Gomorrha – Zerstörung in nie gekanntem Ausmaß 

Die Angriffe auf Hamburg zwischen dem 24. Juli und dem 3. August 1943 gelten als eine der verheerendsten Luftoffensiven des Krieges. 

  • Über 34.000 Menschen starben in diesen Tagen. 
  • Rund 900.000 Hamburger verloren ihr Zuhause. 
  • Ganze Stadtviertel wurden ausgelöscht, die Infrastruktur brach zusammen. 

Die Kombination aus Sprengbomben, die Dächer und Mauern aufrissen, und Brandbomben, die anschließend ungehindert Feuer entfachten, war gezielt darauf ausgelegt, einen Feuersturm zu erzeugen. Dieser sog Sauerstoff an, verstärkte die Flammen und machte jede Flucht fast unmöglich. 

Erinnerung und Bedeutung 

Heute erinnert Hamburg an vielen Orten an die Opfer der Operation Gomorrha. Der Bunker in Borgfelde steht stellvertretend für das Leid der Zivilbevölkerung: ein Ort, der Schutz versprach, aber im Inferno der Bombennacht zur tödlichen Falle wurde. 

Die Ereignisse vom 28. Juli 1943 sind nicht nur ein Kapitel der Stadtgeschichte, sondern auch ein Mahnmal gegen den Krieg. Sie zeigen, wie sehr die Zivilbevölkerung unter den Strategien moderner Kriegsführung litt – und wie wichtig es ist, diese Erinnerung wachzuhalten. 

 

Quellen 

 

 

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