Katastrophen der Menschheit: Nagasaki – das vergessene Morden

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Katastrophen sind keine Zufälle. Sie sind das Ergebnis einer fatalen Kette von Ereignissen, die durch menschliches und technisches Versagen ausgelöst werden. Oft sind es kleine Fehler oder Nachlässigkeiten, die sich zu einer großen Krise aufschaukeln. Manchmal sind es auch bewusste Entscheidungen oder Risiken, die sich als fatal erweisen. In jedem Fall sind Katastrophen eine Herausforderung für die Menschheit, aus ihnen zu lernen und sie zu vermeiden. Denn Katastrophen haben nicht nur materielle Folgen, sondern auch emotionale und soziale. Sie können ganze Lebenswelten zerstören und tiefe Traumata hinterlassen.

Katastrophen der Menschheit: Nagasaki – das vergessene Morden

Am 9. August 1945, nur drei Tage nach dem verheerenden Atombombenabwurf auf Hiroshima, erlebte eine andere japanische Stadt das gleiche Schicksal. Nagasaki, eine Hafenstadt an der Westküste Kyushus, wurde zum Ziel der zweiten und letzten Atombombe, die je in einem Krieg eingesetzt wurde. Die Bombe mit dem Namen “Fat Man” wurde von einem amerikanischen B-29 Bomber namens “Bockscar” über dem Industriegebiet der Stadt abgeworfen und explodierte in einer Höhe von etwa 500 Metern. Die Explosion erzeugte eine riesige Pilzwolke, die bis zu 18 Kilometer hoch in den Himmel ragte. Die Druckwelle und die Hitze zerstörten fast alles im Umkreis von vier Kilometern.

Die Strahlung tötete oder verletzte viele Menschen, die sich außerhalb der unmittelbaren Zerstörungszone befanden.

Die Bombe tötete schätzungsweise 40.000 Menschen sofort und weitere 40.000 bis Ende des Jahres an den Folgen1. Die Gesamtzahl der Opfer wird auf über 140.000 geschätzt2. Die Überlebenden mussten mit den schrecklichen Auswirkungen der Bombe kämpfen, die sowohl körperliche als auch seelische Narben hinterließ. Viele litten unter schweren Verbrennungen, Verstümmelungen, Infektionen, Krebs und anderen Krankheiten, die durch die radioaktive Strahlung verursacht wurden3. Die Stadt Nagasaki wurde zu einem Ort des Grauens und des Leidens, der oft im Schatten von Hiroshima vergessen wurde.

Der Abwurf der Atombombe auf Nagasaki war Teil der amerikanischen Strategie, Japan zur bedingungslosen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg zu zwingen. Die USA wollten damit auch ihre militärische Überlegenheit gegenüber der Sowjetunion demonstrieren, die kurz zuvor in den Krieg gegen Japan eingetreten war. Die Bombe sollte auch als ein Experiment dienen, um die Wirkung einer plutoniumbasierten Bombe zu testen, die sich von der uranbasierten Bombe unterschied, die auf Hiroshima abgeworfen wurde. Die Entscheidung, die Bombe auf Nagasaki abzuwerfen, wurde jedoch unter Zeitdruck und ohne genaue Kenntnis der Lage in der Stadt getroffen. Nagasaki war ursprünglich nicht das primäre Ziel, sondern Kokura, eine Stadt auf Kyushu, die jedoch wegen starker Bewölkung nicht angegriffen werden konnte. Nagasaki wurde als ein sekundäres Ziel ausgewählt, weil es eine wichtige Industrie- und Kriegsschiffswerft hatte. Die Bombe traf jedoch nicht das geplante Zielgebiet, sondern einen nördlichen Vorort namens Urakami, wo sich eine große katholische Gemeinde befand. Die Urakami-Kathedrale, die größte Kirche in Ostasien, wurde durch die Bombe völlig zerstört.

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki haben das Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik besiegelt. Am 15. August 1945 gab Kaiser Hirohito eine Radioansprache, in der er die Kapitulation Japans bekannt gab. Die Atombombenabwürfe haben aber auch eine neue Ära der atomaren Bedrohung eingeleitet, die bis heute andauert. Sie haben Fragen aufgeworfen über die moralische Rechtfertigung und die humanitären Folgen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen gegen Zivilisten. Sie haben auch eine Bewegung für den Frieden und die Abrüstung von Atomwaffen inspiriert, die sich vor allem in Japan stark engagiert hat.

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind eine der größten Katastrophen der Menschheit, die nie vergessen werden dürfen. Sie sind eine Mahnung an alle Generationen, sich für eine Welt ohne Krieg und Gewalt einzusetzen.

Quellen:

1: Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia 2: Nagasaki: Das vergessene Morden – ZDFmediathek 3: Nagasaki: Das vergessene Morden – ZDFmediathek : Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia : Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia : Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia : Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia : Nagasaki: Das vergessene Morden – ZDFmediathek : Nagasaki: Das vergessene Morden – ZDFmediathek : Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – Wikipedia : Nagasaki: Das vergessene Morden – ZDFmediathek

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