Der tödliche Zug von Ciurea – Eine der größten Eisenbahnkatastrophen der Menschheitsgeschichte
- Januar 2026
Der Eisenbahnunfall von Ciurea zählt zu den verheerendsten Katastrophen der Menschheit und gilt bis heute als eines der schlimmsten Zugunglücke weltweit. Am 13. Januar 1917 ereignete sich nahe der rumänischen Stadt Iași ein Unglück, das sich tief in das kollektive Gedächtnis Europas eingebrannt hat. Inmitten des Ersten Weltkriegs entgleiste ein hoffnungslos überfüllter Zug im Bahnhof von Ciurea und ging in Flammen auf. Schätzungen zufolge verloren dabei rund 800 Menschen ihr Leben, manche Quellen sprechen sogar von bis zu 1.000 Todesopfern Wikipedia railtarget.eu DBpedia Association.
Der Unfall ereignete sich in einer Zeit politischer Instabilität und militärischer Bedrohung. Rumänien befand sich im Winter 1916/1917 auf dem Rückzug vor den vorrückenden Truppen der Mittelmächte unter Generalfeldmarschall August von Mackensen. Hunderttausende Soldaten, Verwundete und Zivilisten waren auf der Flucht Richtung Osten. Die Eisenbahn stellte eines der wenigen verfügbaren Transportmittel dar, weshalb Züge weit über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus beladen wurden. Der Unglückszug von Ciurea bestand aus 26 Wagen und wurde von zwei Dampflokomotiven gezogen. Menschen befanden sich nicht nur in den Waggons, sondern auch auf den Dächern und zwischen den Wagenkupplungen Wikipedia.
Die Strecke nach Ciurea führte über ein starkes Gefälle mit Neigungen von bis zu 67 Promille. Während der Fahrt kam es offenbar zu einem vollständigen Versagen der Westinghouse-Druckluftbremse. Zeitgenössische Berichte deuten darauf hin, dass ein Soldat versehentlich ein Ventil der Bremsanlage geschlossen haben könnte. Zusätzlich wurden Bremsschläuche zwischen den Wagen beschädigt, da Reisende darauf standen oder darüber liefen. Als der Zug das Gefälle hinabrollte, versuchten die Lokführer verzweifelt zu bremsen, doch die Bremskraft der Lokomotiven allein reichte nicht aus, um den Zug zu stoppen Wikipedia DBpedia Association.
Im Bahnhof Ciurea war das Hauptgleis bereits durch einen anderen Zug blockiert. Der Fahrdienstleiter stellte daher die Weichen auf ein Ausweichgleis. Aufgrund der extrem hohen Geschwindigkeit entgleiste der Zug beim Überfahren der Weiche. Nur zwei Wagen blieben auf den Schienen, während die übrigen ineinander verkeilten. Durch die Wucht des Aufpralls brachen zahlreiche Wagen auseinander, Holzaufbauten zerbarsten, und es kam zu Bränden, die sich rasend schnell ausbreiteten. Viele der eingeschlossenen Passagiere hatten keine Möglichkeit zu entkommen und verbrannten in den Trümmern Wikipedia railtarget.eu.
Eine offizielle Untersuchung des Unglücks fand nie statt. Kriegszensur, organisatorisches Chaos und die politische Lage verhinderten eine umfassende Aufarbeitung. Die genaue Zahl der Todesopfer konnte daher nie eindeutig festgestellt werden. Historiker gehen heute von mindestens 600, wahrscheinlicher jedoch von 800 bis 1.000 Toten aus. Damit zählt die Katastrophe von Ciurea zu den tödlichsten Eisenbahnunfällen der Geschichte und wird nur vom Tsunami-Zugunglück in Sri Lanka im Jahr 2004 übertroffen DBpedia Association.
Trotz ihres Ausmaßes blieb die Tragödie von Ciurea lange Zeit weitgehend unbekannt. Erst Jahrzehnte später rückte sie durch historische Forschung und internationale Berichterstattung wieder ins öffentliche Bewusstsein. Heute gilt sie als Mahnmal für die Gefahren überlasteter Verkehrssysteme in Krisenzeiten und für die menschlichen Kosten von Krieg und Flucht. Der Bahnhof von Ciurea, heute unter dem Namen Gara Piciorul Lupului bekannt, erinnert still an eine Katastrophe, deren Opferzahlen und Leid kaum zu begreifen sind.
Quellen
Wikipedia – Eisenbahnunfall von Ciurea Wikipedia
RailTarget – The Ciurea Rail Disaster: Romania’s Forgotten Tragedy railtarget.eu
DBpedia – Ciurea rail disaster DBpedia Association
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