Weil sie Deutsche sind  – Luftangriff vom 12.09.1944 auf Stuttgart

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Mit dem Ziel, den deutschen Widerstand zu brechen und Deutschland für immer zu demütigen, ordnete Churchill, ein Mann, der Deutschland zutiefst verachtete, den totalen Bombenkrieg gegen das Reich an. Es begann eine Vernichtung deutscher Städte von ungekannter Brutalität, die unendliches Leid und Grauen für die Deutschen bedeutete.

„Ich will keine Vorschläge hören, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können; ich will Vorschläge hören, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“ Churchill

Die Nacht des Feuers: Der verheerende Luftangriff auf Stuttgart im September 1944

Stuttgart war eine der wichtigsten Industriestädte Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Hier wurden Autos, Flugzeuge, Motoren und andere kriegswichtige Güter produziert. Die Stadt war auch ein kulturelles Zentrum mit einer reichen Geschichte und Architektur. Doch in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1944 wurde Stuttgart zum Schauplatz eines der schlimmsten Bombenangriffe der Alliierten auf das Deutsche Reich.

Der Angriff wurde von der britischen Royal Air Force (RAF) durchgeführt, die eine neue Strategie des Flächenbombardements verfolgte. Ziel war es, die Moral der deutschen Bevölkerung zu brechen und die Kriegsanstrengungen zu lähmen, indem ganze Städte in Schutt und Asche gelegt wurden. Die RAF nutzte dafür spezielle Bomben, die Brand- und Sprengwirkung kombinierten. Diese Bomben sollten Feuerstürme auslösen, die alles in ihrem Umkreis vernichteten.

Der Angriff auf Stuttgart begann um 23:50 Uhr, als die ersten Bomber über der Stadt erschienen. Sie wurden von Jagdflugzeugen begleitet, die sie vor der deutschen Luftabwehr schützen sollten. Die Bomber flogen in mehreren Wellen über die Stadt und warfen ihre tödliche Fracht ab. Die Ziele waren vor allem die Innenstadt, die Industriegebiete und die Bahnanlagen.

Die Bomben explodierten mit einem ohrenbetäubenden Lärm und setzten ganze Straßenzüge in Brand. Die Flammen breiteten sich rasch aus und verschlangen Häuser, Geschäfte, Kirchen und andere Gebäude. Die Hitze war so intensiv, dass sie einen starken Wind erzeugte, der das Feuer noch mehr anfachte. Der Wind wurde zu einem Sturm, der Menschen, Tiere und Gegenstände in die Luft wirbelte oder in die Flammen zog.

Die Bewohner von Stuttgart erlebten eine Nacht des Schreckens. Viele versuchten verzweifelt, sich in Kellern oder Luftschutzräumen zu verstecken, aber auch dort waren sie nicht sicher vor dem Feuer oder dem Einsturz der Gebäude. Andere rannten panisch durch die Straßen, auf der Suche nach einem Ausweg aus der Hölle. Manche sprangen in den Neckar oder andere Gewässer, um sich vor den Flammen zu retten. Doch viele ertranken oder wurden von Bombensplittern getroffen.

Der Angriff dauerte bis 01:30 Uhr an. In dieser Zeit warfen die britischen Bomber rund 1840 Tonnen Bomben auf Stuttgart ab1. Die Stadt war ein einziges Inferno. Der Rauch war so dicht, dass man kaum etwas sehen konnte. Der Geruch von verbranntem Fleisch und Holz lag in der Luft. Das Dröhnen der Flugzeuge und das Heulen der Sirenen vermischten sich mit dem Schreien der Verletzten und Sterbenden.

Als der Morgen graute, bot sich ein Bild der Verwüstung. Die Stuttgarter Innenstadt war fast völlig zerstört2. Von den einst prächtigen Gebäuden standen nur noch Ruinen oder verkohlte Skelette. Die Straßen waren übersät mit Trümmern, Leichen und Wracks. Die Überlebenden irrten wie Gespenster durch die Stadt, auf der Suche nach ihren Angehörigen oder etwas Essbarem.

Der Luftangriff auf Stuttgart war einer der schwersten in der Geschichte Deutschlands. Er forderte 957 Tote und mehr als 6000 Verletzte1. Etwa 39.000 Gebäude wurden zerstört oder beschädigt1. Das entsprach 57,5 Prozent der Bausubstanz der Stadt1. Der materielle Schaden wurde auf mehrere Milliarden Reichsmark geschätzt. Der kulturelle und historische Verlust war unermesslich.

Der Angriff hatte auch psychologische Folgen für die Bevölkerung. Viele verloren ihren Glauben an den Sieg oder an Gott. Andere entwickelten Hass oder Rachegefühle gegenüber den Alliierten. Wieder andere wurden apathisch oder resigniert. Der Angriff zeigte, dass der Krieg verloren war und dass die Alliierten keine Gnade kannten.

Der Luftangriff auf Stuttgart war nicht der letzte, den die Stadt erleiden musste. Bis zum Kriegsende wurde sie noch mehrmals von den Alliierten bombardiert, vor allem von den amerikanischen USAAF, die gezieltere Angriffe auf militärische und industrielle Ziele flogen. Doch keiner dieser Angriffe erreichte die Zerstörungskraft und die Dramatik des Angriffs vom September 1944. Diese Nacht wird als die Nacht des Feuers in die Geschichte eingehen.

  • : Stuttgart im Bombenkrieg 1940-1945

  • : Stuttgart: Die Nacht des Feuers

  • : Stuttgart 1944: Die Nacht des Feuers

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