Weil sie Deutsche sind: Tschechische KZs für Volksdeutsche

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Als das Deutsche Reich am Ende des Zweiten Weltkrieges zusammenbrach, war es für die Deutsche Wehrmacht ein verzweifelter Kampf ums Überleben. Für die Zivilbevölkerung war es der Beginn eines Albtraums, denn sie wurde plötzlich zum Freiwild für die Rachegelüste des Feindes. Dieser hasste sie so sehr, dass er ihnen kein Erbarmen zeigte. Was die Deutschen in jenen Tagen erleiden mussten, war grausamer als alles, was sie sich je hätten vorstellen können.

Die Lager der tschechoslowakischen Behörden

Nach dem Kriegsende wurden viele Deutsche, die in den ehemals deutschen Gebieten Böhmens und Mährens lebten, von den tschechoslowakischen Behörden verhaftet und in Internierungs- oder Arbeitslager gebracht. Diese Lager waren oft ehemalige Konzentrationslager oder Gefängnisse, die von den Nazis errichtet oder genutzt worden waren. Die Bedingungen in diesen Lagern waren meist katastrophal: Die Gefangenen litten unter Hunger, Durst, Seuchen, Misshandlungen und Todesmärschen. Viele starben an Krankheiten, Erschöpfung oder Gewalt. Die genaue Zahl der Opfer ist umstritten, Schätzungen reichen von 15.000 bis 270.000 Toten.

Die Lager dienten vor allem dazu, die Deutschen aus der Tschechoslowakei zu vertreiben und ihr Eigentum zu konfiszieren. Die Vertreibung war eine Folge der Beneš-Dekrete, die die Deutschen und Ungarn zu „Feinden des tschechoslowakischen Staates“ erklärten und ihnen die Staatsbürgerschaft und die Menschenrechte entzogen. Die Vertreibung wurde auch von den Siegermächten auf der Potsdamer Konferenz gebilligt, allerdings unter der Bedingung, dass sie „ordnungsgemäß und human“ durchgeführt werde. Dies war jedoch oft nicht der Fall.

Die Lager waren in verschiedene Kategorien eingeteilt, je nachdem, ob sie für Internierung, Arbeit oder Umsiedlung bestimmt waren. Die Internierungslager dienten der Isolierung und Registrierung der Deutschen, bevor sie in andere Lager oder ins Ausland transportiert wurden. Die Arbeitslager dienten der Ausbeutung der Arbeitskraft der Deutschen für den Wiederaufbau des Landes oder für die Rohstoffgewinnung für die Sowjetunion. Die Umsiedlungslager dienten als Sammelstellen für die Deutschen, die in Züge oder Lastwagen verladen und über die Grenze geschickt wurden.

Hier sind einige Beispiele für die Lager der tschechoslowakischen Behörden in Tschechien:

Name

Lage

Anzahl der Gefangenen

Besonderheiten

Theresienstadt

Nordböhmen

ca. 30.000

Ehemaliges Ghetto und Konzentrationslager der Nazis, wurde zum Internierungslager für Deutsche umfunktioniert

Brüx

Nordböhmen

ca. 10.000

Ehemaliges Arbeitslager der Nazis, wurde zum Internierungslager für Deutsche umfunktioniert

Jáchymov

Westböhmen

ca. 7.000

Ehemalige Bergstadt mit Uranminen, wurde zum Arbeitslager für Deutsche umfunktioniert

Leitmeritz

Nordböhmen

ca. 5.000

Ehemaliges Gefängnis der Nazis, wurde zum Internierungslager für Deutsche umfunktioniert

Aussig

Nordböhmen

ca. 4.000

Ehemaliges Gefängnis und Kaserne der Nazis, wurde zum Umsiedlungslager für Deutsche umfunktioniert

Die Gräueltaten der Tschechen im KZ Glashütte für Deutsche

Bericht eines deutschen Arztes:

[…]“Am 10. 6. 45 wurde ich am Vormittag verhaftet ohne Angabe des Grundes. Bei meiner Einlieferung ins Polizeigefängnis wurde mir alles, was ich bei mir trug, abgenommen (Brieftasche mit 300 RM, Ausweise, Zigarettendose, Füllhalter, Uhr, Trauring usw.). Ich sollte die Sachen nie wiedersehen. 

Nachdem ich 3 Tage in einer Zelle des Polizeigefängnisses zugebracht hatte (ich teilte den 2,5 X 2,5 m großen Raum zeitweilig mit 15 anderen Häftlingen und nachts erschienen öfters tschechische Zivilisten und Uniformierte, um wahllos mit Peitschen und Knüppeln in die Häftlinge einzuschlagen), wurde ich mit 10 anderen Häftlingen, darunter 2 Frauen, in das Konzentrationslager Komotau-Glashütte übergeführt. Schon der Empfang dort war sehr niederdrückend.

Wir mußten uns alle splitternackt ausziehen und die Taschen entleeren. Wer nur ein Papierfetzchen vergaß, wurde unbarmherzig ausgepeitscht. Ein Teil meiner Leidensgenossen war bereits von den Nächten vorher arg zerschlagen. Wer Striemen aufwies, wurde gleich neuerlich verprügelt. Als wir wieder angezogen waren, wurden wir in einen Raum 6 X 10 m gejagt. Dieser Raum sollte für die nächsten 3 Monate etwa 80—100 Mann als Unterkunft dienen.” […]

weiter…

Als erster mußte sich der Fleischermeister Mittelbach aus Komotau entkleiden. Er wurde solange auf den Rücken gepeitscht, bis dieser nur noch ein blutiger Fleischklumpen war, dann mußte er sich auf den Rücken legen, und er wurde über Brust, Bauch und Hoden geschlagen. Als er ohnmächtig geworden war, wurde ein mit Benzin getränkter Papierknäuel unter seinen Hoden entzündet, und als er wieder hochkam, wurde er mit Wasser begossen. 

Anschließend wurde er wieder zu Boden geworfen, und ein tschechischer Zivilist schnitt mit einem Taschenmesser ein Hakenkreuz in seinen Rücken und streute Salz darein. Bisher mußten die Häftlinge alle zusehen. Nun wurde ihnen befohlen, das Blut aus dieser salzigen Wunde zu lecken. Dabei wurde mit Peitschen auf sie eingeschlagen. Der M. lebte noch etwa eine Woche. Ähnliche Prügelszenen wiederholten sich bei ihm täglich. Im Verlaufe meiner Haft wurden noch mehrmals Leute eingeliefert, die die Blutgruppe unter dem linken Arm eintätowiert hatten. Mit geringen Modifikationen gingen sie denselben Weg wie der erste, den ich erlebte.

[…] weiterer Augenzeuge dieser Folterungen:

Unsere Qual war ihr Vergnügen.  Oft brachten sie auch fremde Gäste mit zu den abendlichen und nächtlichen Appellen, Leute die auch ihren Spaß haben sollten und die nun ihrerseits die Häftlinge zum Zielpunkt wüster Schlägereien und Beschimpfungen machten. 

Besonders die Weiber zeichneten sich dabei aus, im Spucken, Schlagen, und der Stimmungsmache überhaupt, und die Posten traten dann immer bereitwilligst mit in Aktion, um ihren Gästen mit zusätzlichen Mißhandlungen der wehrlosen Deutschen ihre besondere Sympathie unter Beweis zu stellen. 

Das was der Hauptinhalt der Nachtappelle , die meist mit wüsten Auspeitschungen ausgewählten Fälle in der Prügelzelle abschlossen, aus der uns noch stundenlang das markerschütternde Schreien der Gemarterten in die Ohren Klang, bis es schließlich in Röcheln versandete oder wie in einem Fall in ein unartikuliertes Singen überging, weil der Unglückliche vor Angst und Schmerz den Verstand verlor, bis sein Leben im Knall eines Schusses vollends erstarb…

Soweit die Augenzeugenberichte der Überlebenden. Es ließen sich noch endlose Berichte zitieren.

Quellen

Bingabfrage vom 31.07.2023

  • Verschleppt: Zivile deutsche Zwangsarbeiter nach 1945 | Pressemitteilungen | Presse | BR.de. (2020, November 11). https://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/br-fernsehen-verschleppt-schicksal-der-deutschen-zwangsarbeiter-100.html

  • Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 – Wikipedia. (2021, September 28). https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_und_Vertreibung_Deutscher_aus_Mittel-_und_Osteuropa_1945%E2%80%931950

Zusammengestellt aus:

http://doku.zentrum-gegen-vertreibung.de/archiv/cssr2/kapitel-2-1-3-2-23.htm

Bericht KZ für Deutsche:

http://www.egerer-landtag.de/Geschichte/TschechischesLagersystem.htm

Augenzeugenberichte überlebender Deutscher:

http://sudeten-oberfranken.com/der-komotauer-todesmarsch-1.html

abgerufen am 11.02.19 um 15.20 h

 

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