Weil sie Deutsche sind – der Untergang der “GOYA” am 16./17.04.1945

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Als das Deutsche Reich am Ende des Zweiten Weltkrieges zusammenbrach, war es für die Deutsche Wehrmacht ein verzweifelter Kampf ums Überleben. Für die Zivilbevölkerung war es der Beginn eines Albtraums, denn sie wurde plötzlich zum Freiwild für die Rachegelüste des Feindes. Dieser hasste sie so sehr, dass er ihnen kein Erbarmen zeigte. Was die Deutschen in jenen Tagen erleiden mussten, war grausamer als alles, was sie sich je hätten vorstellen können.

Die Goya war ein deutsches Frachtschiff, das im Zweiten Weltkrieg als Truppentransporter eingesetzt wurde. Am 16. April 1945 befand sie sich auf dem Weg von Gotenhafen (heute Gdynia) nach Kopenhagen, als sie von einem sowjetischen U-Boot angegriffen wurde. An Bord waren etwa 7.000 Menschen, darunter deutsche Soldaten, Flüchtlinge und Verwundete aus Ostpreußen. Nur etwa 180 von ihnen überlebten den Angriff, der als eine der größten Schiffskatastrophen der Geschichte gilt.

Die Goya war Teil der Operation Hannibal, einer großangelegten Evakuierung von deutschen Zivilisten und Militärpersonal aus dem Osten vor dem Vormarsch der Roten Armee. Die Operation begann im Januar 1945 und endete im Mai desselben Jahres. In dieser Zeit wurden schätzungsweise 2 Millionen Menschen über die Ostsee nach Westen gebracht. Die Goya war eines von vielen Schiffen, die an der Operation beteiligt waren, aber auch eines von vielen, die von sowjetischen U-Booten versenkt wurden.

Die Goya war ein ehemaliges norwegisches Frachtschiff, das 1938 von den Deutschen beschlagnahmt wurde. Sie war 155 Meter lang und hatte eine Tragfähigkeit von 5.230 Tonnen. Sie war nicht für den Transport von Menschen ausgelegt, sondern für den Transport von Gütern wie Kohle oder Erz. Trotzdem wurde sie mit Tausenden von Menschen überladen, die in engen und unhygienischen Bedingungen untergebracht waren. Viele von ihnen litten an Hunger, Durst, Krankheiten oder Verletzungen.

Die Goya verließ Gotenhafen am Abend des 16. April 1945 in einem Konvoi mit drei anderen Schiffen: der Orion, der Hamburg und der Athen. Sie wurde von zwei Minensuchbooten und einem Torpedoboot eskortiert. Die Goya fuhr mit hoher Geschwindigkeit und ohne Lichter, um sich vor feindlichen Angriffen zu schützen. Sie hatte auch keine Rettungsboote oder Schwimmwesten an Bord.

Um 23:40 Uhr wurde die Goya von dem sowjetischen U-Boot L-3 unter dem Kommando von Alexander Marinesko gesichtet. Marinesko war ein erfahrener und erfolgreicher U-Boot-Kommandant, der bereits im Januar 1945 die Wilhelm Gustloff versenkt hatte, ein anderes deutsches Schiff mit über 9.000 Menschen an Bord. Marinesko feuerte zwei Torpedos auf die Goya ab, die beide ihr Ziel trafen. Die Goya explodierte und sank innerhalb von vier Minuten.

Die meisten Menschen an Bord hatten keine Chance zu überleben. Sie wurden entweder durch die Explosion getötet oder ertranken in dem eiskalten Wasser. Nur wenige konnten sich an Wrackteilen oder Treibgut festhalten. Die Überlebenden riefen um Hilfe, aber nur wenige wurden gerettet. Die sowjetischen U-Boote ignorierten die Hilferufe und zogen sich zurück. Die deutschen Begleitschiffe waren zu weit entfernt oder zu beschäftigt mit ihrer eigenen Verteidigung, um Hilfe zu leisten. Nur ein Minensuchboot kehrte zurück und rettete etwa 170 Menschen. Etwa zehn weitere wurden später von einem schwedischen Schiff aufgenommen.

Die Versenkung der Goya war eine Tragödie, die das Leid und den Horror des Zweiten Weltkriegs widerspiegelte. Sie war auch ein Zeichen für das Ende des Dritten Reiches, das kurz darauf zusammenbrach. Die Goya blieb fast 60 Jahre lang unentdeckt auf dem Grund der Ostsee liegen, bis sie im Jahr 2002 von einem polnischen Taucherteam lokalisiert wurde. Heute gilt sie als ein Kriegsgrab und ein Mahnmal für die Opfer des Krieges.

  • Die Goya – Das größte Schiffsunglück der Geschichte: Ein Artikel aus dem Spiegel Online vom 16. April 2015, der die Hintergründe und die Folgen der Versenkung der Goya beschreibt.

  • Operation Hannibal – Die größte Seerettung der Geschichte: Ein Artikel aus dem Focus Online vom 30. Januar 2015, der die Operation Hannibal und ihre Bedeutung für die deutsche Geschichte erläutert.

  • Goya (Schiff, 1938): Ein Wikipedia-Eintrag über die technischen Daten und die Geschichte der Goya.

  • [Die Goya – Das größte Schiffsunglück der Geschichte]: Ein Video aus dem YouTube-Kanal von Terra X, das die Versenkung der Goya mit historischen Aufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen rekonstruiert.

  • [Alexander Marinesko]: Ein Wikipedia-Eintrag über den sowjetischen U-Boot-Kommandanten, der die Goya und die Wilhelm Gustloff versenkte.

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