Moderner Hexenwahn heute – Der Fall der Hexenverfolgung von Kailali 2015 

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  1. Dezember 2025

Im Jahr 2015 erschütterte ein Fall von Hexenverfolgung den südwestlichen Distrikt Kailali in Nepal. Eine Frau, deren Name aus Sicherheits- und Datenschutzgründen von den Behörden nicht veröffentlicht wurde, wurde von Dorfbewohnern beschuldigt, durch Hexerei Krankheiten und Unglück verursacht zu haben. Der Vorfall steht exemplarisch für die tief verwurzelten sozialen Spannungen, die in Teilen Nepals bis heute bestehen, und zeigt, wie schnell Aberglaube in Gewalt umschlagen kann. 

Die Frau wurde von mehreren Bewohnern ihres Dorfes öffentlich angegriffen, geschlagen und gedemütigt. Auslöser war die Behauptung eines lokalen Schamanen, sie habe übernatürliche Kräfte eingesetzt, um einem Nachbarn Schaden zuzufügen. Die Beschuldigung verbreitete sich rasch, und innerhalb weniger Stunden formierte sich ein Mob, der die Frau aus ihrem Haus zerrte und misshandelte. Sie überlebte den Angriff schwer verletzt. 

Die Polizei griff erst spät ein, nachdem Nachbarn, die sich gegen die Gewalt stellten, Alarm geschlagen hatten. Die Täter wurden festgenommen, doch der Fall offenbarte erneut die strukturellen Probleme, die Hexenverfolgungen in Nepal begünstigen: Armut, Analphabetismus, patriarchale Machtstrukturen und der Einfluss traditioneller Heiler, deren Aussagen in ländlichen Regionen oft als unanfechtbar gelten. 

Menschenrechtsorganisationen wiesen darauf hin, dass der Fall von Kailali kein Einzelfall war. Im selben Jahr wurden mehrere ähnliche Vorfälle registriert, bei denen Frauen – meist verwitwet, arm oder sozial isoliert – Opfer von Gewalt wurden, nachdem ihnen Hexerei vorgeworfen worden war. Die Regierung Nepals hatte bereits zuvor Gesetze verabschiedet, die Gewalt im Zusammenhang mit Hexereibeschuldigungen unter Strafe stellen. Dennoch zeigte der Fall von 2015, dass die Umsetzung dieser Gesetze in abgelegenen Regionen weiterhin lückenhaft ist. 

Die Überlebende erhielt medizinische Versorgung und wurde später in ein Schutzprogramm aufgenommen. Ihr Fall wurde zu einem Symbol für die Notwendigkeit, den Schutz gefährdeter Frauen zu stärken und die Bevölkerung über die Gefahren von Aberglauben und falschen Anschuldigungen aufzuklären. Aktivisten forderten nach dem Vorfall verstärkte Bildungsprogramme, eine bessere Polizeipräsenz und härtere Strafen für Täter, die Gewalt im Namen vermeintlicher übernatürlicher Kräfte ausüben. 

Bis heute gilt der Fall von Kailali 2015 als eines der eindrücklichsten Beispiele dafür, wie tief verwurzelte Traditionen und soziale Spannungen in Gewalt umschlagen können. Er zeigt, dass der Kampf gegen Hexenverfolgung in Nepal noch lange nicht beendet ist und dass Aufklärung, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Schutz dringend notwendig bleiben. 

 

Quellen 

Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Witch_hunts_Nepal 

 

 

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