Kultur, Erlebnis und Vielfalt: Drei Rumänen prügeln sich gegenseitig durch Ansbach

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Ansbach ist eine fränkische Barockstadt mit einer reichen Geschichte und einer lebendigen Kultur. Doch am frühen Sonntagmorgen des 7. April 2024 wurde die Idylle von einem brutalen Gewaltexzess erschüttert. Drei Männer aus Rumänien griffen offenbar wahllos zwei Passanten an und verletzten diese schwer. Bei der Festnahme leisteten sie heftigen Widerstand und bissen sogar zwei Polizeibeamte. Die Mordkommission ermittelt nun wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Ein Angriff ohne Grund

Der erste Angriff ereignete sich gegen 3:10 Uhr in der Karolinenstraße. Ein 42-jähriger Mann wurde von den drei Rumänen zu Boden geschlagen und massiv mit Füßen getreten. Er erlitt schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen und wurde reglos auf dem Gehweg gefunden. Er musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er um sein Leben kämpfte.

Wenige Minuten später wurde ein 26-jähriger Autofahrer in der Kanalstraße zum Opfer. Die drei Täter hinderten ihn am Weiterfahren und schlugen ihn ebenfalls nieder. Sie traten ihm mehrfach gegen den Kopf, bis er das Bewusstsein verlor. Ein Zeuge beobachtete die Szene und alarmierte die Polizei. Der 26-Jährige wurde ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er sich in einem kritischen Zustand befand.

Eine Festnahme mit Gewalt

Die Polizei konnte die drei Tatverdächtigen in einem Anwesen in der Kanalstraße lokalisieren. Doch die Festnahme gestaltete sich schwierig. Die drei Männer griffen die Polizeibeamten mit erheblicher Gewalt an. Sie schlugen, traten und bissen um sich. Einer der Täter biss einem Beamten in die Hand und verletzte ihn schwer. Ein anderer Beamter erlitt Prellungen und Schürfwunden.

Die Polizei musste neben einem Polizeihund auch ein Distanz-Elektroimpulsgerät (Taser) einsetzen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Der 21-jährige Tatverdächtige musste nach dem Einsatz des Tasers ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt werden. Die anderen beiden Täter waren 18 und 34 Jahre alt.

Ein Motiv im Dunkeln

Die Hintergründe und das Motiv der Tat sind noch unklar. Die drei Rumänen waren offenbar betrunken und standen unter dem Einfluss von Drogen. Sie kannten ihre Opfer nicht und hatten keinen Streit mit ihnen. Sie handelten scheinbar aus purer Lust an der Gewalt.

Die Ansbacher Kriminalpolizei ermittelt nun in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ansbach gegen das Trio wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Die drei Tatverdächtigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Eine Stadt in Schock

Die Ansbacher Bevölkerung reagierte mit Entsetzen und Trauer auf die brutale Tat. Viele Menschen legten Blumen und Kerzen an den Tatorten nieder und bekundeten ihre Anteilnahme. Der Oberbürgermeister von Ansbach, Thomas Deffner, verurteilte die Gewalt aufs Schärfste und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er betonte, dass Ansbach eine weltoffene und tolerante Stadt sei, die sich von solchen Taten nicht einschüchtern lasse.

Die Ansbacher Kulturszene organisierte eine Mahnwache und ein Konzert für den Frieden. Unter dem Motto “Kultur, Erlebnis und Vielfalt” wollten sie ein Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen. Sie wollten zeigen, dass Ansbach eine Stadt ist, die von der Vielfalt ihrer Bewohner lebt und die das friedliche Miteinander fördert.

Bei der letzten Bundestagswahl 2021 wählten die Bürger der Stadt Ansbach vornehmlich die CSU, demnach links.

Quellen

1 Ansbach: Drei Männer prügelten brutal auf Passanten ein – Mordkommission ermittelt. In: inFranken.de, 07.04.2024. [Online]

2 Drei Rumänen prügeln sich durch Ansbach: Tritte gegen den Kopf, Bisse gegen die Polizei. In: NIUS.de, 08.04.2024. [Online]

3 Krasser Gewaltexzess in Ansbach: Trio prügelt wahllos Passanten nieder. In: FLZ.de, 08.04.2024. [Online]

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