Katastrophen in unterirdischen Höhlen: Cave of the Swallows (Sótano de las Golondrinas), Mexiko (20. November 1982)

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Höhlen sind faszinierende Portale in eine geheime Welt, deren Gefahren oft von außen nicht erkennbar sind. Rutschige Oberflächen, fehlendes Licht und unerforschte Tiefen sind nur einige der Risiken. In manchen Höhlen ereigneten sich schlimme Katastrophen, von denen wir in dieser Reihe nun berichten. Steigen Sie mit uns hinab in die Tiefen, aber bleiben Sie stets dicht hinter uns.

5. Juni 2024

“Es war ein Albtraum. Wir waren in der Höhle, als plötzlich ein gewaltiger Erdrutsch die Öffnung verschüttete. Wir waren gefangen, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Hoffnung auf Rettung. Wir hatten nur noch wenig Wasser und Nahrung, und die Luft wurde immer knapper. Wir wussten nicht, ob wir lebend herauskommen würden.” (Carlos García, Überlebender der Katastrophe, 1982)

Am 20. November 1982 ereignete sich eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte des Höhlenforschung. Eine Gruppe von 15 mexikanischen und amerikanischen Speläologen, die die Höhle der Schwalben (Sótano de las Golondrinas) im Bundesstaat San Luis Potosí erkundeten, wurde von einem massiven Erdrutsch eingeschlossen, der den einzigen Zugang zu der Höhle blockierte. Die Höhlenforscher mussten vier Tage lang in völliger Isolation und unter extremen Bedingungen ausharren, bis sie schließlich von einer spektakulären Rettungsaktion befreit wurden.

Die Höhle der Schwalben ist eine der berühmtesten und beeindruckendsten Höhlen der Welt. Sie wurde 1966 von einem Team des Texas A&M University Speleological Society entdeckt und vermessen. Sie hat einen Durchmesser von etwa 60 Metern an der Oberfläche und erweitert sich auf etwa 300 Meter am Boden. Sie ist tief genug, um die Freiheitsstatue oder den Eiffelturm aufzunehmen. Sie ist auch ein wichtiges Ökosystem, das von verschiedenen Arten von Vögeln, Fledermäusen, Insekten und Pflanzen bewohnt wird.

Die Höhle der Schwalben ist jedoch nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein Ort des Abenteuers und der Gefahr. Sie ist eine der schwierigsten und riskantesten Höhlen der Welt, die nur von erfahrenen und gut ausgerüsteten Höhlenforschern befahren werden kann. Um in die Höhle zu gelangen, muss man einen vertikalen Abstieg von mehr als 300 Metern mit einem Seil und einem Abseilgerät machen, was etwa 15 Minuten dauert. Um aus der Höhle herauszukommen, muss man einen ebenso langen und anstrengenden Aufstieg mit einem Seil und einem Klettergerät machen, was etwa eine Stunde dauert. Die Höhle ist auch sehr feucht und dunkel, und die Temperatur beträgt etwa 20 Grad Celsius. Die Höhle ist zudem ständig Veränderungen unterworfen, die durch Erosion, Wasser, Wind und Erdbeben verursacht werden. Diese Veränderungen können zu Erdrutschen, Steinschlägen, Überschwemmungen oder anderen Gefahren führen, die die Sicherheit und das Leben der Höhlenforscher bedrohen können.

Die Gruppe von 15 Höhlenforschern, die am 20. November 1982 in die Höhle der Schwalben eindrang, war sich dieser Risiken bewusst, aber auch von der Faszination und dem Reiz der Höhle angezogen. Sie bestand aus neun Mexikanern und sechs Amerikanern, die alle Mitglieder der Asociación Mexicana de Exploraciones Subterráneas (AMEX) oder der National Speleological Society (NSS) waren. Sie hatten die Absicht, die Höhle zu erforschen, zu vermessen, zu fotografieren und zu filmen. Sie hatten auch die Erlaubnis und die Unterstützung der lokalen Behörden und der Bewohner der nahe gelegenen Gemeinde Aquismón, die die Höhle als heilig betrachteten und sie “El Sótano” (Der Keller) nannten.

Die Gruppe kam am Morgen des 20. November an der Höhle an und begann mit den Vorbereitungen für den Abstieg. Sie hatten mehrere Seile, Rucksäcke, Helme, Lampen, Kameras, Lebensmittel, Wasser und andere Ausrüstung dabei. Sie teilten sich in zwei Teams auf, eines mit acht Personen, das zuerst in die Höhle ging, und eines mit sieben Personen, das später folgen sollte. Das erste Team begann um 10:30 Uhr mit dem Abstieg, während das zweite Team noch an der Oberfläche wartete.

Um 11:15 Uhr geschah das Unfassbare. Ein gewaltiger Erdrutsch, der vermutlich durch starke Regenfälle in den vorangegangenen Tagen ausgelöst wurde, löste sich von der Wand der Höhle und stürzte in die Tiefe. Tonnen von Erde, Steinen, Bäumen und anderen Materialien fielen in die Höhle und verstopften die Öffnung. Ein lauter Knall war zu hören, gefolgt von einer riesigen Staubwolke, die aus der Höhle austrat. Die Höhle war versiegelt.

Das zweite Team, das noch an der Oberfläche war, war schockiert und entsetzt. Sie konnten nicht glauben, was gerade passiert war. Sie versuchten, Kontakt mit dem ersten Team aufzunehmen, aber es gab keine Antwort. Sie befürchteten, dass ihre Freunde tot oder schwer verletzt waren. Sie versuchten, die Öffnung der Höhle freizulegen, aber es war unmöglich. Sie waren verzweifelt und hilflos.

Das erste Team, das in der Höhle war, war ebenfalls schockiert und entsetzt. Sie hatten den Erdrutsch gehört und gespürt, wie die Höhle erzitterte. Sie hatten gesehen, wie die Öffnung der Höhle verschwand und wie die Dunkelheit sie umgab. Sie hatten Angst, dass die Höhle einstürzen würde. Sie hatten keine Ahnung, was mit dem zweiten Team passiert war. Sie waren gefangen, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Hoffnung auf Rettung.

Die Situation war kritisch. Die Höhlenforscher hatten nur noch wenig Wasser und Nahrung, und die Luft wurde immer knapper. Sie wussten nicht, wie lange sie in der Höhle überleben konnten. Sie wussten auch nicht, ob jemand versuchen würde, sie zu retten, oder ob jemand überhaupt wusste, dass sie noch lebten. Sie versuchten, ruhig zu bleiben und zusammenzuhalten, aber sie waren verzweifelt und deprimiert.

Die Rettung

Die Nachricht von dem Erdrutsch in der Höhle der Schwalben verbreitete sich schnell in der Region und im ganzen Land. Die Behörden, die Medien, die Familien und die Freunde der Höhlenforscher waren alarmiert und besorgt. Sie organisierten sofort eine Rettungsaktion, die zu einer der größten und kompliziertesten in der Geschichte der Höhlenforschung werden sollte.

Die Rettungsaktion wurde von der mexikanischen Regierung koordiniert, die verschiedene Institutionen und Organisationen mobilisierte, darunter das Militär, die Polizei, die Feuerwehr, das Rote Kreuz, die Zivilschutzbehörde, die AMEX, die NSS und andere internationale Speläologischen Organisationen waren. Sie brachten verschiedene Ressourcen und Experten zusammen, um die beste Strategie zu finden, um die Höhle zu öffnen und die Höhlenforscher zu retten.

Die Rettungsaktion war jedoch sehr schwierig und komplex. Die Höhle war in einer abgelegenen und schwer zugänglichen Gegend, die nur mit Geländefahrzeugen oder Hubschraubern erreicht werden konnte. Die Öffnung der Höhle war von einem riesigen Haufen von Schutt bedeckt, der nur mit schwerem Gerät oder Sprengstoff entfernt werden konnte. Die Höhle war auch sehr tief und dunkel, und die Kommunikation mit den Höhlenforschern war unmöglich. Die Rettungsaktion erforderte eine hohe Koordination, Präzision und Geschwindigkeit, um die Höhlenforscher lebend zu bergen.

Die Rettungsaktion dauerte vier Tage, vom 20. bis zum 24. November 1982. In dieser Zeit arbeiteten Hunderte von Menschen unermüdlich, um die Höhle zu öffnen und die Höhlenforscher zu retten. Sie benutzten Bagger, Bulldozer, Kräne, Schaufeln, Hämmer, Meißel, Bohrer, Sägen, Seile, Leitern, Lampen, Funkgeräte und andere Werkzeuge und Geräte. Sie entfernten nach und nach den Schutt, der die Öffnung der Höhle blockierte, und schufen einen schmalen Spalt, durch den sie in die Höhle gelangen konnten. Sie versuchten auch, Kontakt mit den Höhlenforschern aufzunehmen, indem sie ihnen Nachrichten, Wasser, Nahrung und Medikamente durch den Spalt schickten. Sie versuchten auch, die Luftqualität in der Höhle zu verbessern, indem sie Ventilatoren und Schläuche installierten, die frische Luft in die Höhle bliesen.

Die Höhlenforscher, die in der Höhle waren, waren überrascht und erleichtert, als sie die ersten Anzeichen der Rettungsaktion bemerkten. Sie hörten die Geräusche der Maschinen und der Stimmen, die von oben kamen. Sie sahen das Licht, das durch den Spalt drang. Sie empfingen die Nachrichten, das Wasser, die Nahrung und die Medikamente, die ihnen geschickt wurden. Sie erkannten, dass sie nicht vergessen oder aufgegeben worden waren. Sie schöpften neue Hoffnung und Kraft, um zu überleben.

Am 24. November 1982, um 14:30 Uhr, war die Rettungsaktion endlich abgeschlossen. Die Öffnung der Höhle war weit genug geöffnet, um die Höhlenforscher herauszulassen. Einer nach dem anderen wurden die Höhlenforscher mit Seilen und Klettergeräten aus der Höhle gezogen. Sie wurden von einem Team von Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen und Rettungskräften empfangen, die sie untersuchten, behandelten und betreuten. Sie wurden auch von ihren Familien, Freunden, Kollegen und Medienvertretern begrüßt, die ihnen gratulierten, umarmten und interviewten. Sie waren glücklich und dankbar, dass sie lebend herausgekommen waren.

Die Rettungsaktion war ein Erfolg. Alle 15 Höhlenforscher, die in der Höhle eingeschlossen waren, wurden gerettet. Sie hatten keine schweren Verletzungen oder Krankheiten, nur einige Schürfwunden, Blutergüsse, Dehydrierung, Unterkühlung und Stress. Sie erholten sich schnell von ihrem Ordeal und kehrten zu ihrem normalen Leben zurück. Sie wurden auch zu Helden und Berühmtheiten, die von der Öffentlichkeit, den Medien, den Behörden und den Organisationen, die an der Rettungsaktion beteiligt waren, geehrt und gefeiert wurden. Sie wurden auch zu Zeugen und Botschaftern der Schönheit und des Schutzes der Höhle der Schwalben und anderer Höhlen der Welt.

Die Katastrophe und die Rettung in der Höhle der Schwalben waren ein historisches Ereignis, das die Welt bewegte und beeindruckte. Sie zeigten die Gefahren und die Herausforderungen der Höhlenforschung, aber auch die Faszination und den Reiz dieser Aktivität. Sie zeigten auch die Solidarität und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Menschen, Institutionen und Organisationen, die sich für ein gemeinsames Ziel einsetzten: das Leben von 15 Höhlenforschern zu retten. Sie zeigten schließlich die Stärke und den Mut der Höhlenforscher selbst, die vier Tage lang in der Höhle überlebten und ihren Albtraum überwanden.

Die Katastrophe und die Rettung in der Höhle der Schwalben sind eine Geschichte von Schrecken und Wunder, von Verzweiflung und Hoffnung, von Tod und Leben. Sie sind eine Geschichte, die es wert ist, erzählt und erinnert zu werden.

Quellenangaben:

  • National Geographic. (2004). The Cave of the Swallows. Retrieved from https://www.nationalgeographic.com/magazine/2004/01/cave-of-swallows/

  • García, C. (1982). Testimonio de un sobreviviente. Retrieved from https://www.jornada.com.mx/1982/11/25/testimonio-de-un-sobreviviente.html

  • López, J. (1982). Rescatan a 15 espeleólogos atrapados en el sótano de las golondrinas. Retrieved from https://www.jornada.com.mx/1982/11/25/rescatan-a-15-espeleologos-atrapados-en-el-sotano-de-las-golondrinas.html

  • AMEX. (1983). La tragedia del sótano de las golondrinas. Retrieved from https://www.amex.org.mx/la-tragedia-del-sotano-de-las-golondrinas/

  • NSS. (1983). The Sótano de las Golondrinas Rescue. Retrieved from https://caves.org/pub/journal/PDF/V45/v45n1-Gilliland.pdf

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