Katastrophen der Menschheit:  Explosionskatastrophe in Tianjin 12.08.2015

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, von menschlichem und technischem Versagen. Korruption, vorsätzliche Verletzung von Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit gefährlichen Stoffen, fehlende Informationen und Leichtsinn verursachten gemeinsam am 12.08.2015 die größte Hafenexplosion Chinas sowie  den Tod von 173 Menschen. Über 797 Anwohner wurden bei der Explosion verletzt, die Bausubstanz eines ganzen Stadtteils nachhaltig zerstört. Tausende Anwohner wurden obdachlos.  

Lage

Die Explosionskatastrophe fand im Hafen von Tianjin, genauer im Lagerbereich für gefährliche Güter und Stoffe einer ansässigen Firma, statt. Die Stadt Tianjin ist eine selbstständige Stadt und direkt der Zentralverwaltung von Peking unterstellt. 12.8 Millionen Einwohner zählt diese bedeutende Hafenstadt. Der Hafen ist mit einer Größe von 107 qk der Bedeutendste Nordchinas und liegt in Bohaibucht. 

Die Katastrophe

Diese begann ganz gewöhnlich. Um 22.50 h wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einem Lagerhaus des Hafens gerufen; diese begann sofort mit den Löscharbeiten, als gegen 23.36 h sowohl der Hafen als auch die angrenzenden Wohngebiete von einer ersten gewaltigen Explosion erschüttert wurden, 30 Sekunden später erfolgte die zweite, wesentliche heftigere Explosion. Eine Feuerwand sowie eine Druckwelle durchzog das angrenzende Gebiet und zerstörte die Bausubstanz der Umgebung.

Es folgten bis zum Morgen weitere Explosionen. Mit einer Sprengkraft von 450 t TNT registrierten umgebende Erdbebenwarten diese beiden Explosionen.

Es wurde sofort mit der Unfalluntersuchung dieser Explosionen begonnen. Ein Feuerwehrmann berichtete, dass bei seinem Eintreffen am Brandort mehrere Container mit Gefahrenstoffen in Brand standen, und die Feuerwehr mit normalem Wasser löschte, als sich die erste Explosion ereilte.

Durch die Druckwelle wurden sowohl der Hafen als auch umgebende Wohnviertel stark beschädigt. Für die Anwohner wurden Notunterkünfte errichtet.

Als Grund dieser Explosionen wurde ermittelt, dass sich Schießbaumwolle entzündete und Nachbarcontainer in Brand setzte, die mit durch Wasser entzündlichen Chemikalien beladen waren, die niemals in der Nähe von brandgefährlichen Stoffen gelagert werden durften. Demnach standen leichtentzündliche Stoffe in derselben Lagerhalle mit wasserentzündlichen Stoffen. Der Umstand, dass ein Hafen von Wasser umgeben ist, ferner, dass jederzeit ein Brand ausbrechen könnte, der in Unwissenheit der Feuerwehr über die Natur der gelagerten Gefahrenstoffe mit Wasser gelöscht würde, wurde billigend in Kauf genommen.

Ferner stellte sich heraus, dass die Betreiberfirma dieser Lagerhalle überhaupt keine Gefahrenstoffe lagern durfte. Weitere Nachforschungen brachten zu Tage, dass die Betriebserlaubnisse durch Korruption der örtlichen Behörden erteilt wurden und der Standort für Gefahrenstoffe ungeeignet war.

Nachwirkungen

Es wurden seitens der Stadtregierung als auch den beteiligten Immobilienfirmen Millionenbeträge zur Verfügung gestellt, um die beschädigten Wohnblöcke in der Nachbarschaft instand zu setzen. Ferner wurden alle Angehörigen der Toten als Entschädigung Renten gezahlt. Eigentümer und Mieter von Wohnungen, die in der Nähe des Hafens nicht mehr wohnen wollten, erhielten Prämien für die Umzüge.

Der Explosionsort wurde durch den Löschwassereinsatz schadstoffbelastet; es fand eine Aufbereitung von Trinkwasser und Baumaterial statt.

Die Verantwortlichen dieser Katastrophe wurden hart bestraft.

Sowohl die Zentralregierung als auch die Stadtregierung setzten alles Mögliche daran, den Anwohnern wieder – unter Berücksichtigung der Ereignisse – ein normales Leben zu ermöglichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tianjin

https://de.wikipedia.org/wiki/Explosionskatastrophe_von_Tianjin_2015

jeweils abgerufen am 21.05.2022

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