Katastrophen der Menschheit:  Brand im Nachtclub KISS 27.01.2013

Lesezeit 2 minutes

Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, von menschlichem und technischem Versagen. Brennbares Material, ungenügende Feuerschutztechnik, schlechte Wartung, ungenügender Brandschutz, am Brandschutz desinteressierte Stadtverwaltung sowie übervorsichtige Türsteher verursachten gemeinsam den Tod von 242 toten Jugendlichen in einer Disco in Brasilien, 600 weitere Jugendliche wurden durch den Brand schwer verletzt. 

Örtlichkeit

In der Nacht zum 27.01.2013 brach in der brasilianischen Diskothek “KISS”  in der Stadt Santa Maria um 02.30 h ein verheerender Brand aus, der den Tod von 242 Jugendlichen verursachte, 600 wurden schwer verletzt.

Die Behörden waren mit diesem Massenanfall von Toten gänzlich überlastet. 

Man könnte anhand dieses Falles und vergangener Fälle von Discobränden eine Checkliste von Umständen zur Katastrophe erstellen und nur noch die Punkte abhaken. Auch diese Disco war mit Gästen weit über ihrer Betriebserlaubnis belegt.

Es gab wieder nur einen einzigen Ausgang, der mit Gitterstäben befestigt war. Der Außenzugang zum einzigen Eingang war zudem mit hohen Gitterzäunen eingefasst. Die Wände und Decken des Innenraumes der Disco, insbesondere die Bühne, waren mit Schaumstoff-Platten isoliert.

Und selbstverständlich war die Brandschutzzulassung des Betriebes und damit die letzte Brandschau seit Monaten überfällig. Auch erinnert mich der Umstand dieser fürchterlichen Brandkatastrophe an den Discobrand “The Station” vom 20.02.2003.

Die Katastrophe 

Anlässlich einer Studentenfeier der nahen Uni war das Lokal überbelegt. Eine bekannte Band spielte an diesem Abend live, die Stimmung muss daher sehr toll gewesen sein.

Die Katastrophe (ähnlich wie in der Disco “The Station”) begann, als ein Musiker ein bengalisches Feuer auf der Bühne entzündete. Wir erinnern uns, die Wände und Decken des Innenraumes waren mit Schaumstoff überzogen, der sich durch die Flammen der Fackel entzündete.

Wie in “The Station” standen die Wände und die Decke der Bühne in Flammen, Dicker Raum zog sofort durch den überfüllten Raum, das Material bahnte sich von der Bühne entlang der Decke und den Wänden binnen Sekunden ihren Weg sämtlichen Wänden und der Decke entlang.

Panische Menschen, die vor dem dichten Rauch und der Flammenwand flohen, rannten Richtung Türe. Die Türsteher wollten die Menschen nicht herauslassen, sondern erst abkassieren.

Die Glücklichen, die dennoch rasch herauskamen, verirrten sich in ihrer Panik im vergitterten Außenbereich und waren darin gefangen, während andere Fliehende aus der Türe heraus rannten.

Der enge, vergitterte Außenbereich vor dem einzigen Ausgang, und die durch die Begrenzungen auferlegten Verzögerung beim Verlassen des Clubs kostete weitere Menschen das Leben, denn es entstand in der panischen, heraus stürmenden Menge ein Rückstau in die brennenden Disco hinein.

Innerhalb der Disco flohen die Jugendlichen in die WC-Räume, um vor der tropfenden Decke zu fliehen, von der brennender Schaumstoff auf die Besucher herabfiel, um diese binnen Sekunden zur Fackel zu entzünden. Die WCs entwickelten sich zur Todesfalle, denn von dort gab es kein Entkommen vor dem Rauch und den Flammen.

Wer erfahren möchte, wie es in einer brennenden Disco hergeht, kann den Artikel “The Station-Fire” lesen, denn zufällig war dort ein TV-Team anwesend, das damals die Katastrophe filmte und unfreiwillig dokumentierte. Aber nichts für schwache Gemüter. 

Das TV-Team sollte eigentlich den hervorragenden Brandschutz der Disco “The Station” loben – makabererweise filmten sie das Sterben der Besucher.

243 Menschen starben, 600 waren schwer verletzt.

Nach dem Zirkusbrand von Niteroi mit 500 Toten war dies das zweitgrößte Brand-Unglück Brasiliens.

https://de.wikipedia.org/wiki/Brandkatastrophe_im_Nachtclub_Kiss

jeweils abgerufen am 06.04.2022

*****************************************************************************

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Haben Sie Fragen oder Anregungen?

Nehmen Sie Kontakt über das Chatfenster auf, oder schreiben Sie eine Mail:

admin@wahrheitschecker.de

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!