Katastrophen der Menschheit: Pakistanische Flutkatastrophe am 27.07. 2010

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, von menschlichem und technischem Versagen. Wie in diesem Fall. Ein gänzliches politisches Versagen bei der Katastrophenhilfe, ungenügender Umweltschutz, Ansiedlungen im Flutgebiet, fehlendes Umweltbewusstsein sowie politische Gleichgültigkeit im Flutschutz, führten zur größten humanitären Katastrophe mit ca. 2.000 Opfern.

Ortslage

Am 27.07.2010 traten in den beiden pakistanischen Provinzen Khyber Pakhtunkhwa sowie Punjab infolge der jährlichen Monsunereignissen starke Überschwemmungen auf, bei der bis zu 2.000 Todesopfern zu beklagen waren. Insbesondere betraf es das Flusssystem Indus, so dass letztendlich auch die im Mündungsbereich des Indus gelegene Provinz Sindh von den starken Überflutungen betroffen war.

Hergang

Ursächlich für die Flutkatastrophe waren sehr starke Monsunregenfälle, die das Flusssystem des Indus stark ansteigen ließen. Zwischen dem 29.07. – 28.07.2010 waren in den beiden Provinzen Regenmengen von 200 mm gefallen, so dass der Fluss und die angrenzenden Gewässer sehr rasch anstiegen.

Die Katastrophe nahm ihren Lauf, als Ende Juli gemeldet wurde, dass von der Überschwemmung nunmehr 36 Distrikte betroffen waren. Mehr als eine Million Bewohner waren direkt von der Katastrophe betroffen. In einigen Gebieten stand das Wasser fünf Meter hoch. Am 31.07.2010 wurde vermeldet, dass 45 Brücken und 3700 Häuser von der Flut zerstört wurden, betroffen hiervon war auch die Verbindungsbrücke nach China, die Karakorum-Brücke.

Auswirkungen der Katastrophe

Die Überschwemmung hatte vorwiegend Auswirkungen in den Bereichen Infrastruktur und Landwirtschaft. Insgesamt war die Nahrungssicherheit des Landes bedroht.

In den beiden Provinzen Punjab und Sindh wurden 570.000 Hektar Ackerland vernichtet.

“Durch den Monsunregen und die Überschwemmungen wurden auf 280.000 Hektar Baumwolle und auf jeweils 80.000 Hektar Zuckerrohr und Reis vernichtet, dazu kamen 500.000 Tonnen Weizen und 120.000 Hektar Anbaufläche für Futtermittel.”

Ursachen

Aufgrund der guten Fruchtbarkeit des Bodens im Umland des Indus wurden die Überschwemmungsgebiete als Ackerland und Weidefläche für das Vieh genutzt, so dass sich dort auch Menschen niederließen. Eine ähnliche Situation finden wir auch hierzulande in Überflutungsgebieten des Rheins, die auch als Siedlungen genutzt werden.

Durch Abholzung der angrenzenden Wälder verlor zudem der Boden seine Fähigkeit der Wasseraufnahme. Diese menschengemachten Eingriffe in das natürliche Flusssystem führten mit dazu, dass sich diese Katastrophe derartig fatal auswirken konnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Khyber_Pakhtunkhwa

https://de.wikipedia.org/wiki/Punjab_(Pakistan)

jeweils abgerufen am 15.03.2022

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