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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, vom menschlichen und technischen Versagen. Wie in diesem Fall. Eine abgelegene Gegend, die Rettungen unmöglich machte, keinerlei bis ungenügende Brandschutzeinrichtungen des Tunnels, keinerlei Übungen im Vorfeld, kein Brandschutzbewusstsein und unendlich weitere Ursachen führten zur größten Tunnelbrandkatastrophe der Neuzeit mit ca. 2700 Opfern. Die genauen Zahlen sind unbekannt und können nur geschätzt werden.

Der Salangtunnel

Für die weitere Betrachtung dieses Unglücksfalls muss man der Vollständigkeit halber anmerken, dass harte Quellen zu diesem Ereignis schwer zu beschaffen sind. Hinsichtlich der Opferzahl kann lediglich anhand den Opferzahlen der vergangenen Tunnelbrandkatastrophen Rückschlüsse auf die zu erwartenden Opferzahlen bei diesem Unglück geschlossen werden.

Die Sowjetunion ist bei der Bekanntgabe von Unglücksereignissen sehr zurückhaltend gewesen, die Ereignisse wurden immer verharmlost – siehe Tschernobyl 1986. Zurück zum Thema.

Der Salangtunnel mit dem Salangtal liegt in Afghanistan/Hindukusch. Er ist ein Autotunnel, der den Hindukusch durchquert, und Nord- mit Südafghanistan verbindet. Der Tunnel wurde 1964 von sowjetischen Ingenieuren errichtet. Über Sicherheitseinrichtungen nach westlichem Standard der Zeit ist nichts überliefert, man kann davon ausgehen, dass  somit im und am Tunnel keinerlei Brandschutzmassnahmen existent waren.

Der Tunnel ist 2,67 Kilometer lang, liegt in einer Höhe von ca. 3.400 m, gelegen am Salangpass und verbindet die Provinzen mit der Hauptstadt Kabul, die ca. 90 km entfernt liegt. Afghanistan war zur damaligen Zeit von den Russen besetzt, der Tunnel wurde daher auch von den Sowjets militärisch genutzt.

Das Unglück

Was genau geschehen war, ist unbekannt. Tatsache ist, dass am 03.11.1982 zwei sowjetische Militärkonvois im Tunnel kollidierten, ein Rückstau von Militärfahrzeugen im Tunnel entstand. Wie bei allen bisher beschriebenen Tunnelkatastrophen muss wohl Treibstoff aus leckgeschlagenen Tanks ausgetreten sein und sich entzündet haben.

Es entstand ein Tunnelbrand, ähnlich den bisherigen Tunnelbränden. Schätzungsweise ca. 700 Soldaten starben, ca. 2.000 afghanische Zivilisten, die sich zeitgleich im Tunnel aufhielten, verbrannten oder erstickten. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Tunnel selbstverständlich auf die Zivilbevölkerung für Warentransporte oder zum täglichen Reisen als Abkürzung attraktiv war, und zeitgleich mit dem Militär genutzt wurde.

Dieser Umstand macht es schwierig, die genauen Opferzahlen zu beziffern, da selbstverständlich die Personen im Tunnel nicht gezählt wurden.

Aufgrund der Kälte zu dieser Jahreszeit wird weiterhin vermutet, dass die Motoren der stillstehenden Fahrzeugen im Tunnel liefen, so dass Menschen vermutlich auch an den Abgasen der Motoren erstickt sein müssten.

Dies ist zutreffend, da der Tunnel keinerlei Beleuchtung hatte und die Fahrer nicht wussten, weshalb der Verkehr sich staute. 

Tunnel heute

Bis zu 10.000 Fahrzeugen passieren heute diesen Tunnel. An wesentlichen Brandschutzeinrichtungen ist auch heute nicht gedacht worden. Nach wie vor gilt dieser längste Tunnel Afghanistans zu den gefährlichsten Tunneln weltweit.

Zu Spitzenzeiten, gerade im Winter, stauen sich Fahrzeuge bis zu 15 km vor den Tunneleinfahrten zurück. Es gibt weder eine Belüftung noch eine Beleuchtung im Tunnel, so dass ständig die Gefahr besteht, im Tunnel an Abgasen zu ersticken. 

https://en.wikipedia.org/wiki/Salang_Tunnel_fire

https://en.wikipedia.org/wiki/Salang_Tunnel

https://www.dangerousroads.org/asia/afghanistan/9271-salang-tunnel.html

jeweils abgerufen am 12.11.2021

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