Katastrophen der Menschheit: Flughafenbrand Düsseldorf 11.04.1996

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Unzureichender Brandschutz, unerlaubte Schweißarbeiten, fehlende Notfallübungen, keine Alarmpläne, ungenügende Informationen sowie veraltete Brandmelde-Informations-Anlagen führten zum bislang größten Gebäudebrand Deutschlands.

Heute, am 11.04.1996 gegen 15.30 h, wiederholt sich die Brandkatastrophe am Düsseldorfer Flughafen zum 25. Male. Ein trauriger Tag, beim Brand verloren ca. 17 Menschen ihr Leben, 88 überlebten schwerverletzt mit einer Rauchvergiftung.

Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und den Menschen, die beim Brand im Gebäude anwesend waren, und diesen traumatischen Anblick bis zum Ende ihres Lebens nicht mehr vergessen werden. 17 Menschen starben einfach sinnlos.

Deshalb, weil die Brandschutztechnik für 1996 nicht mehr zeitgemäß war – dies ist zumindest meine persönliche Meinung. Schuldige und Verantwortliche für diese Katastrophe wurden bis heute nicht gerichtlich belangt bzw. freigesprochen.

Entstehung des Brandes

Um 13.00 h führten Arbeiter unerlaubte Schweißarbeiten in der Decke des Blumenladens “M***” durch. Diese Arbeiten wurden der Flughafenfeuerwehr nicht gemeldet. Mitarbeiter beklagten sich später im Blumenladen, dass es “wie angebrannt” im Laden roch und verließen den Laden in die Passage der Ankunft, da der Geruch nicht mehr zu ertragen war. 

Später sahen sie Rauch an der Decke und eilten zu anderen Läden, um die dortigen Mitarbeiter zu warnen. Erste Passagiere wurden von den alarmierten Verkäufern nach draußen geheißen.

Zeitgleich gegen 15.31 h meldete ein Taxifahrer der Feuerwehr Funkenschlag an einer Decke über der Ankunft. Feuerwehrleute vermuteten einen Kurzschluss in einer Elektroleitung und entdeckten die Schweißarbeiten nebenbei, so dass diese eingestellt wurden.

Die Passagierabfertigung ging weiter.

Allerdings hatte sich in der Zwischendecke über dem Blumenladen Staubflocken und Styroporplatten entzündet, der Brand schwelte (der Rauch, den die Verkäufer sahen und rochen).  Gegen 15.50 h vermutlich brach das Feuer durch und erhielt Sauerstoff.

Die Katastrophe begann

Eine gigantische Feuerwalze zog durch die Zwischendecke der Ankunft und setzte schlagartig Staub und Materialien in Brand. Ihr folgte eine dicke, schwarze Rauchwand, die binnen Sekunden ungehindert durch die Ankunft raste, und die Sicht der Passagiere versperrte.

Sie standen binnen Sekunden orientierungslos im Dunkeln. Doch es gab keinen Alarm!

Niemand wusste, was geschah. Ortskundiges Personal versammelte Menschen um sich, und zog diese in Sicherheit. Das Unfassbare dabei: Während in der Ankunft Menschen um ihr Leben kämpften, gingen die Geschäfte im Abflugbereich weiter. 

Es wurden weiter Tickets verkauft, Passagiere abgefertigt.

Der Mitarbeiter für die Durchsagen war in der Mittagspause (!), so dass keine Ansagen getätigt werden konnten. Erst, als die schwarze Wolke Minuten später auch im Abflugbereich gelangte, brach auch dort Panik aus.

Es ist nicht richtig, dass gegen 15.55 h endlich Brandalarm ausgelöst wurde. Wo war dieser Alarm? Es erfolgten keinerlei Durchsagen mehr, was die vielen schrecklichen Schicksale erklärt. Ahnungslose Menschen eilten ihrem Tode entgegen, kamen in das Gebäude und wurden vom Rauch umschlossen, weil niemand sie warnte.

Um 16.30 h, vierzig Minuten später, war der Brand unter Kontrolle. Stunden später fanden die Feuerwehrleute zahlreiche Leichname unter Russ.

Dies ist eine Katastrophe, die mir von Überlebenden geschildert wurde. Denn viele Verkäufer, die die Katastrophe überlebten, an diesem Tage Dienst hatten, arbeiteten auch danach im “neuen” Flughafen weiter.

Auch den vielen Feuerwehrleuten und Sanitätern, sowie Polizisten an dieser Stelle meine Hochachtung, die nicht tatenlos herum standen, sondern einfach von außen in den Rauch liefen, um Menschen zu retten.

Flughafen Düsseldorf heute

Heute hatte man aus der damaligen Katastrophe gelernt, brandtechnisch wird jedes Räuchlein (übertrieben gesagt) detektiert und automatisch ausgewertet. In der Ankunft lassen sich Bereiche entweder manuell durch Schalter oder automatisch mit Brandtüren abriegeln, ebenso im Geschäftsbereich der Abflugebene.

Notausgänge werden mit grünen Blinklampen und im Fußboden eingelegten grünen Laufpunkten kenntlich gemacht, wobei die Bodenlichter anzeigen, ob man zu dieser Tür laufen sollte oder nicht, im negativen Fall, dahinter wurde ein Brand entdeckt, die Lichter von der Tür wegweisen und die Türe versperrt wird.

Sinn ist, dass keine panischen Menschen in Brandbereiche rennen, wie es damals geschehen war.

Es gibt etliche Punkte im Brandschutz, die heute umgesetzt werden.

ZUM GEDENKEN DER OPFER DIESES TAGES

https://www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt37/feuerwehr/dokudb/alle/flughbrand.pdf

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-flughafen-brand-katastrophe-vor-20-jahren_aid-19804799

https://de.wikipedia.org/wiki/Brandkatastrophe_am_D%C3%BCsseldorfer_Flughafen_1996

https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_D%C3%BCsseldorf#Nach_dem_Zweiten_Weltkrieg

https://www.ksta.de/duesseldorfer-flughafenbrand-prozess-eingestellt-15046130?cb=1618133042199

Abgerufen am 11.04.2021

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