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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Eine Unaufmerksamkeit, ungeeignete Ladung von Sprengstoffen und unglückliche Zufälle führten zur größten Sprengung in Kolumbien, die Zerstörung einer ganzen Stadt mit 3700 Toten, die in einem Massengrab beigesetzt wurden.

Cali ist eine kolumbianische Großstadt mit im Jahre 1956 120.000 Einwohnern. Am 07.08.1956, einem kolumbianischen Feiertag, erschütterte gegen 01.07 h eine gewaltige Explosion die Stadt, die zur fast gänzlichen Zerstörung derselben führte. Ungefähr 3700 Einwohner wurden durch die Druckwelle getötet, die meisten Häuser zerstört.

Die Sprengwirkung war derartig groß, dass im Erdboden ein 50 m breiter und 8 m tiefes Loch gerissen wurde.

Vorgeschichte

In den 1950ern wurde die Panamericana (Strasse von Alaska bis Südamerika) ausgebaut, um der Wirtschaft Kolumbiens voranzubringen. Die Regierung erhoffte sich Einnahmen und neue Arbeitsplätze. Um die Strasse zu bauen, wurde in den Anden sehr viel Sprengstoff benötigt, der entweder in das Land über Einfuhren aus dem Ausland gelangte, oder aber im Land hergestellt wurde. Die Transporte erfolgten aus Sicherheitsgründen durch das Militär in Konvois.

Auch durch die Stadt Cali erfolgte gegen 17.30 h ein derartiger Konvoi, dieser wurde in der Nähe des Bahnhofes, auch in Nähe eines Stützpunktes, abgestellt.

Die Katastrophe

Gegen 01.07 h explodierte aus ungeklärten Ursachen das gelagerte Sprengstoff in diesem in Cali angestellten Konvoi, acht Wohnblocks wurden schlagartig pulverisiert. Der nahe Militärstützpunkt war augenblicklich ausradiert, 500 Soldaten starben sofort. Die Stadt Cali war gebäudemässig ausradiert.

Der Knall wurde noch in 50 km Entfernung gehört, die Detonation wurde mit der Erdbebenstärke 4.3 erfasst.

Über der Stadt erhob sich eine Pilzwolke, gleich einer Atomexplosion, die noch stehenden Gebäude standen in Flammen. Die Überlebenden suchten ihre Angehörigen und flohen aus der Stadt in das Umland. Niemand wusste, was sich ereignet hatte.

Auch die Nachrichtenübermittlung war durch die Zerstörung von Telefon und Strom zum Erliegen gekommen.So erfuhren die Behörden nur tröpfelweise durch Hörensagen von der Katastrophe.

Da das Krankenhaus stark beschädigt war, konnten die Schwerstverbrannten oder Schwerstverletzten nicht gleich behandelt werden, und mussten in andere Krankenhäuser im Umland verbracht werden.

Durch die Zerstörung der Gebäude und den Hindernissen auf den zerstörten Strassen erfolgte die Rettung unter erschwerten Umständen.

Die genauen Todeszahlen liegen bis heute nicht vor. Die Verstorbenen wurden in einem Massengrab beerdigt.

Auch die Ursache der Katastrophe ist bis heute ungeklärt. Klar ist, dass die Lagerung von Sprengstoffen sehr anspruchsvoll ist. Wahrscheinlich überhitzte es sich durch die lange Lagerung im Laderaum und detonierte eigenständig. Es gibt auch Spekulationen, dass ein Funke die Ladung detonieren ließ

https://de.wikipedia.org/wiki/Explosionskatastrophe_in_Cali_1956

Abgerufen am 23.11.2020

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