Darfur-Konflikt: Dschandschawid – der berittene Terror

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Seit Beginn dieser unvorstellbaren und menschlich unfassbaren Krise im Sudan, genauer im Gebiet Darfur, in 2003, verstarben geschätzte 300.000 Menschen, ohne dass die UN oder andere internationalen Organisationen ihre Aufmerksamkeit hierauf richten. Auch in den Medien hört und liest man von diesem Konflikt absolut nichts. Kein Aufschrei der “Black Lives Matter!”-Bewegung ist hier hörbar.

Wir beleuchten in dieser Reihe Aspekte dieses Krieges.

Dschandschawid – der berittene Terror

Eine Hauptkonfliktpartei sind die arabischen Dschandschawid, die von der sudanesischen Regierung finanziell, materiell und politisch im Kampf gegen die Afrikaner in Darfur unterstützt werden. Die Schwarzafrikaner in Darfur sind Christen, der ethische Konflikt in Darfur ist ein Kampf Araber/Moslems gegen Schwarzafrikaner/Christen.

Viele historische und aktuelle Konflikte gipfeln in diesem Konflikt in Darfur, und werden dort ausgetragen. Zum Einen die Überbevölkerung im Sudan, zum Anderen die sich ständig durch die beginnende Verwüstung von unbestellten Ackerland zuspitzende Nahrungsknappheit.

Wer sind die Dschandschawid? 

Die Dschandschawid sind arabische berittene Nomadenstämme, die im Norden des Sudans leben, und dort die Zivilbevölkerung sowohl in Darfur als auch im Nachbarland Tschad, wohin die Bevölkerung vor den Dschandschawid fliehen, überfallen und töten.

Sie bewegen sich vorwiegend auf Pferden oder Kamelen, weshalb sie auch “Geister/Dämonen der Wüste” genannt werden. Sie verfügen durchaus auch über moderne Transportmittel und moderne, westliche Waffen. Hauptunterstützer ist die sudanesische Regierung.

Schrecken und Terror

Die Dschandschawid tauchen überraschend in afrikanische Dörfer auf, brandschatzen, vergewaltigen und töten die Einwohner, entführen Kinder, die zu Kindersoldaten ausgebildet werden. Wie gesagt, machen diese auch vor Staatsgrenzen nicht halt, sondern überfallen auch im Tschad afrikanische Flüchtlingsdörfer.

Einige Beispiele:

Im Juni 2019 stürmten Regierungstruppen (Dschandschawid) ein Protestcamp in der Hauptstadt und töteten 100 Demonstranten. 40 Tote wurden in den Nil geworfen, 60 Tote liegen gelassen.

[…] Bei dem Überfall bewaffneter Einheiten auf ein Protestcamp der Opposition in der Hauptstadt Khartum seien am Montag 100 Menschen getötet worden, sagte ein Sprecher des Zentralkomitees sudanesischer Ärzte (CCSD) am Mittwoch im britischen Rundfunksender BBC.[…]

[…]Soldaten und Milizen durchkämmten demnach Stadtviertel, drangen in Gebäude ein, vergewaltigten und plünderten. Das Internet und Mobilfunknetze waren abgestellt, der Flughafen geschlossen.[…]

29.11.2006

[…] Die Milizen kamen in Armeeuniform, auf Kamelen und Pferden, und schlugen unbarmherzig zu: Mindestens 63 Zivilisten, 27 von ihnen Kinder unter zwölf Jahren, ermordeten die Dschandschawid an einem einzigen Sonntag Ende Oktober.[…]

25.07.2020: Überfall auf Aboudos

[…] In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind bei einem Überfall mindestens 20 Menschen getötet worden. Bewaffnete Männer auf Pferden und Kamelen hätten am Freitagabend das Dorf Aboudos angegriffen, sagte Bürgermeister Ahmed Nimer. 

Darüber hinaus wurden 22 Menschen verletzt. Zudem seien Kühe, Schafe und andere Besitztümer gestohlen worden. Dem Bürgermeister zufolge leben die Angreifer erst seit kurzem in der Region. Sie wollten, dass die derzeitigen Bewohner das Gebiet verlassen, um selbst das Land kultivieren zu können.[…]

Morden und vergewaltigen während des Singens

[…] In dem Bericht werden Fälle geschildert, in denen die Reitermilizen Frauen folterten und ihre Gliedmaßen brächen, um sie an der Flucht zu hindern. 

„Sie singen, wenn sie vergewaltigen und erzählen uns, dass wir nur ihre Sklaven sind und sie mit uns tun können, was sie wollen“, wird eine Augenzeugin in dem Bericht zitiert. 

„Wenn wir versuchten zu fliehen, erschossen sie weitere Kinder.“ 

Die missbrauchten Frauen seien für den Rest ihres Lebens stigmatisiert und würden häufig von ihren Familien und Dorfgemeinschaften verstoßen. […]

[…] „In vielen Fällen haben die Dschandschawid Frauen in der Öffentlichkeit vergewaltigt, im Freien, vor den Augen ihrer Männer, Verwandten oder der Dorfgemeinschaft […]

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Dschandschawid

http://www.whywar.at/akteure/nicht-staatliche-akteure/bewaffnete-akteure/milizen/

https://www.fr.de/politik/milizionaere-pluendern-vergewaltigen-sudan-12352748.html

https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/20-tote-bei-ueberfall-krisenregion-darfur

https://de.qantara.de/inhalt/konflikt-in-darfur-krieg-ohne-grenzen

Abgerufen am 07.11.2020

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