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Kreuzfahrten sind sehr beliebt, jedes Jahr werden steigende Passagierzahlen von den Reedereien vermeldet. Gerade bei jungen oder älteren Menschen sind Kreuzfahrtschiffe beliebte Orte, um einerseits zu feiern, andererseits eine ruhige Seereise zu erleben.

Kreuzfahrtschiffe gelten als schwimmende Städte der See. Kaum jemand der  Reisenden weiß allerdings, dass auf diesen schwimmenden Städten, ebenso wie auf dem  Festland, auch Kriminalität existiert, Morde geschehen und Passagiere spurlos verschwinden können. Es geschehen Morde. Unfälle und Suizide. Passagiere fallen über die Geländer und verschwinden spurlos auf See.

Für die Angehörigen beginnen nach Bekanntwerden der Ereignisse grauenhafte Jahre auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem Schuldigen. Genauso wie in diesem Fall.

Der Fall 

Dieser unheimliche Fall behandelt zwar kein Verschwinden von einem Kreuzfahrtschiff, ist aber der Alptraum jedes Menschen. Das Ehepaar Tom und Eileen Lonergan sind begeisterte Taucher und nahmen an einem Gruppentauchen teil. Und wurden dort, im offenen Meer, einfach vergessen!

Tom_and_Eileen_Lonergan

Das Boot legte ohne das Ehepaar einfach ab, niemand bemerkte, dass die Beiden gar nicht an Bord waren. Erst nach zwei Tagen (!) fiel ihr Verschwinden auf, und die Besatzung bemerkte ihren unverzeihlichen Fehler. An Ort und Stelle wurden nur noch einige Gegenstände aufgefunden.

Wochen später wurden ein Schreibbord und ein Damen-Tauchanzug an Strand gespült. Das Bord war mit einem Hilferuf versehen: 

“Montag, 26. Januar; 08:00 Uhr. Jedem, der uns helfen kann: Wir wurden von MV auf einem [Gin] Court Reef verlassen am 25 Jan 1998 15 Uhr. Bitte helfen Sie uns zu retten, bevor wir sterben. Hilfe !!!”

Der Kapitän des Bootes wurde vom Verdacht des fahrlässigen Tötens freigesprochen, allerdings wurde die Reederei zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Vorfall war die Grundlage für den Film “Open Water”.

 

Untersuchungen zum Fall

Schnell kam der Verdacht auf, dass das Ehepaar ihr Verschwinden geplant habe, es läge Mord seitens eines Partners vor oder gar Selbstmord vor. Fingierte Tagebuchaufzeichnungen des Ehepaares wurden derartig in der Öffentlichkeit verdreht, dass der Verdacht eines gemeinsamen Selbstmordes aufkam, was die Angehörigen der Beiden bestritten.

Die australische Regierung erließ nach diesem Vorfall strengere Regeln für den Tauchsport.

Allerdings frage ich mich, wurden keine Anwesenheitslisten von den Passagieren erstellt und die Personen abgehakt, wenn sie aus dem Meer rausgefischt wurden? Wurde denn nicht die Personenzahl gezählt? Wenn ich zehn Passagiere habe, die tauchen gehen, muss ich auch mit zehn Personen ablegen. 

Und genau dies wurde in diesem Fall auch unternommen. 

[…] Die Regeln verlangen, dass vor der Rückfahrt gezählt wird. An diesem Tag hatte aber ein Durcheinander geherrscht, weil zwei Ausflügler nach Abgabe der Taucherausrüstung nochmals ins Wasser gesprungen waren, um zu schwimmen. Da diese zwei offenbar doppelt gezählt wurden, fiel das Fehlen von Tom und Eileen Lonergan niemandem auf; und erstaunlicherweise ebenso wenig, dass zwei komplette Taucherausrüstungen fehlten. Während der Rest der Gruppe den letzten Tauchgang mit den Instruktoren absolviert hatte, war das amerikanische Paar auf eigene Faust losgezogen und tauchte zu spät auf.[…]

Für die Besatzung waren die Passagiere vollzählig. 

Und die zwei Rucksäcke mit Bekleidung an Bord würde wohl Jemand vergessen haben. Als diese zwei Tage später immer noch nicht angefordert wurden, wusste man, dass etwas schief lief.

Kein Einzelfall

Wer nun denkt, dies sei ein Einzelfall – mitnichten. Im Mai 2008 wurden ebenfalls ein Mann und eine Frau beim Tauchen vergessen. Allerdings konnten die Beiden mit gehörigen Schrecken von der Küstenwache gerettet werden. Beide wurden zwanzig Stunden lang von Haien umlagert.

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Disappearance_of_Tom_and_Eileen_Lonergan

https://www.nzz.ch/article9T4AP-1.302769

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/australien-crew-vergisst-taucher-20-stunden-zwischen-haien/1241332.html

https://www.nzz.ch/article9T4AP-1.302769

 

Abgerufen am 27.10.2020 um 18.00 h

 

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