Vermisst auf See: Rebecca Coriam am 22.03.2011

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Kreuzfahrten sind sehr beliebt, jedes Jahr werden steigende Passagierzahlen von den Reedereien vermeldet. Gerade bei jungen oder älteren Menschen sind Kreuzfahrtschiffe beliebte Orte, um einerseits zu feiern, andererseits eine ruhige Seereise zu erleben.

Kreuzfahrtschiffe gelten als schwimmende Städte der See. Kaum jemand der  Reisenden weiß allerdings, dass auf diesen schwimmenden Städten, ebenso wie auf dem  Festland, auch Kriminalität existiert, Morde geschehen und Passagiere spurlos verschwinden können. Es geschehen Morde. Unfälle und Suizide. Passagiere fallen über die Geländer und verschwinden spurlos auf See.

Für die Angehörigen beginnen nach Bekanntwerden der Ereignisse grauenhafte Jahre auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem Schuldigen. Genauso wie in diesem Fall.

Der Fall 

Rebecca Coriam war ein Besatzungsmitglied auf dem Schiff “Disney Wonder”. Sie war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens vom Schiff 24 Jahre jung. Sie war Katzenliebhaberin und stand in einer Beziehung. Sie liebte Tiere, arbeitete als Jugendliche auch im örtlichen Zoo. Sie hatte noch zwei Pflegebrüdern und eine Schwester.

Sie studierte erfolgreich Sportwissenschaften und diente auch in der britischen Armee. Zusätzlich absolvierte sie ein Jugendstudium, und unterrichte vier Monate in Amerika in Maine. 

Einarbeitung bei Disney

Im Juni 2010 flog sie nach London, um dort für eine Arbeitsstelle als Unterhalterin bei Disney Cruises vorzusprechen. Trotz der starken Konkurrenz, schließlich möchte jeder bei Disney arbeiten, entschied man sich für Rebecca.

Anschließend flog sie für vier Monate nach Florida zu Disney World, um dort eine Einarbeitung für die Kreuzfahrt abzuschließen. Anschließend ging es für vier Monate zu den Bahamas, um das Schiff kennenzulernen. Danach flog sie für zwei Monate nach Hause zu ihren Eltern.

Kreuzfahrtbeginn auf der “Disney Wonder”

Zurück am Liegeplatz in Los Angeles begann die Arbeit auf dem Schiff. Dort lernte sie auch ihre Lebensgefährtin kennen, die ebenso Besatzungsmitglied war.

Bei einer dieser Fahrten verstarb ihr Opa, sie flog für zwei Wochen zurück nach Chester, um mit ihrer Familie zu trauern. Dies sollte der letzte persönliche Kontakt mit Rebecca werden.

22.03.2011

Sechs Wochen später verließ das Schiff Los Angeles, Rebecca schrieb ihrer Mutter über Facebook eine Nachricht, dass sie sich morgen melden würde. Dies war ihre letzte Nachricht an ihre Mutter. Sie stand regelmässig über Facebook und Skype mit ihren Eltern und Brüdern in Verbindung. 

Nachdem sich ihre Tochter nicht meldete, geriet die Mutter in Unruhe. Sie kennen das sicherlich, wenn man spürt, dass mit einem nahestehenden Menschen etwas nicht stimmt. Vielleicht spüren Mütter instinktiv, dass mit ihrem Kind etwas geschehen ist.

Am frühen Morgen des 23.03.2011, gegen 05.45 h,  wurde sie vom Überwachungssystem des Schiffes noch in der Besatzungs-Lounge gesehen, wie sie aufgeregt telefonierte mit einer Frau telefonierte, wie sich später herausstellte.

Im Bild ist zu sehen, dass sie Kleidung trug, die ihr viel zu groß war, ihre Eltern meinten, dass ihre Tochter diese Kleidung niemals tragen würde.

Ein Mann geht auf sie zu, legte seine Arme um ihre Schultern und fragte, ob denn alles ok sei. Rebecca antwortete “Gut!” und steckte ihre Hände in den beiden Gesäßtaschen. 

Ihre Eltern sagten später, dass sich ihre Tochter so verhielt, wenn sie ärgerlich oder traurig war. 

Später gegen 09.00 h erschien sie nicht zu ihrer Schicht, und wurde auch beim Durchsuchen des Schiffes nicht mehr gefunden. Auch Rufdurchsagen über das Bordsystem brachten keine Ergebnisse.

Ein Mitarbeiter sagte auf Nachfrage aus, er hätte Rebecca um 03.00 h über Bord springen sehen. Merkwürdig, meldet man nicht über den Notrufknopf “Mann über Bord”, um das Schiff zu stoppen? Allerdings wurde Rebecca noch um 05.45 h gefilmt, wie sie aufgeregt telefonierte, vielleicht hat sich der Mitarbeiter in der Zeit geirrt und meinte 06.00 h?

Untersuchungen zum Fall

Natürlich wurde das Schiff von der Besatzung nur oberflächlich durchsucht. Es gibt zahlreiche Bereiche auf dem Schiff, die nicht durchsucht werden, wie die Kläranlage, oder das Müllbeseitigungssystem.

Auch auf dem Meer wurde gesucht, aber aufgrund des Wellengang, der Temperatur des Wassers, und der großen Weite wird auch darin so gut wie Niemand mehr gefunden. Gerät man in den Schiffsschrauben oder den Antriebsdüsen, ist man restlos verschwunden.

Am 25.03.2011 (!), drei Tage später, legte das Schiff in Los Angeles an, und ein Polizeibeamter der Royal Bahamas Police Force (RBPF) durfte das Schiff durchsuchen und Ermittlungen anstellen. Allerdings ging er eher gelangweilt vor sich und stellte nur sehr oberflächliche Ermittlungen auf dem Schiff an.

Zwischen dem Zeitpunkt des Verschwindens von Rebecca und dem Eintreffen des Ermittlungsbeamten in Los Angeles blieb der Reederei genügend Zeit, um sämtliche Beweise des tatsächlichen Geschehens um Rebecca zu vernichten oder zu verfälschen.

Auch die Eltern wurden nach Los Angeles geflogen, trafen den Beamten, und wurden mit einem Wagen mit verdunkelten Scheiben von Disney Cruises zum Schiff gefahren, nachdem die Passagiere von Bord gingen, an Bord gebracht.

Der Kapitän berichtete, dass ihre Tochter von einer Welle aus dem Besatzungs-Pool auf Deck 5 ins Meer gespült wurde. Auch seien am Pool zwei Schuhe gefunden worden, von denen die Eltern sagten, dass sie zu klein für ihre Tochter seien.

Zu recht, denn die Reling ist zwei Meter hoch, da kann keine Welle einfach einen Menschen ins Meer reißen, schließlich dient sie auch im Normalbetrieb als Sturzbarriere zum Meer, um betrunkene Menschen vom Fallen abzuhalten.

Und woher soll die Welle genau zu diesem Zeitpunkt unbemerkt stammen?

Sämtliche Telefonate an Bord wurden aufgezeichnet. Disney weigert sich bis heute, die Aufzeichnung des Telefonats freizugeben. Es ist lediglich bekannt, dass Rebecca mit einer Frau telefonierte.

Überhaupt arbeite Disney weder mit den Behörden noch mit den Eltern in diesem Fall zusammen. Für Disney Cruises war der Fall mit der Übergabe der Schuhe an den Eltern erledigt.

Am Jahrestag erhielten die Eltern eine Email von einer Frau, die ihre Tochter mit einem Mann in Venedig gesehen haben will. Wie soll sie dorthin ohne ihren Reisepass gelangt sein?

Eigene Ermittlungen der Eltern

Die Eltern schalteten einen Reporter ein, Ron Johnson, der eine Reise auf der “Disney Wonder” buchte und Nachforschungen zum Verschwinden von Rebecca anstellte.

Er traf auf Angestellte, die einen Maulkorb verpasst bekamen, sie wollten helfen, durften aber nicht. Das Personal hatte Angst.

Allerdings stellte er auch fest, dass es eine Menge von versteckten Kameras an Bord gab, die für Passagiere nicht sichtbar waren. Diese sollten dazu dienen, gerade ein Verschwindenlassen zu verhindern.

Und auf Deck 4 war die Reling nicht so hoch, so dass man dort elegant Menschen über Bord werfen konnte, oder aber selber über Bord fallen konnte.

Ging Rebecca dort über Bord?

Andere Arbeitskollegen berichteten dem Reporter, dass am Tag des Verschwindens von Rebecca an der Brüstung von Deck 5, dem angeblichen Ort des Verschwindens von Rebecca, Blumen lagen. Das Personal wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom Verschwinden Rebeccas.

Ein Arbeitskollege sagte, dass es an diesem Tag hohe Wellen gab, so dass sie über Bord gerissen werden konnte.

Ein anderer berichtete, dass die Reederei die Aufzeichnungen dem FBI gaben.

2015 stellten private Ermittler fest, dass es in dieser Nacht keine Wellen gab, die Schuhe hatten die falsche Kabinennummer, die falsche Größe und die Spurenuntersuchung ergab, dass sie auch niemals mit Rebecca in Berührung kamen.

Untersuchungen zum Fall

Natürlich wurde das Schiff von der Besatzung nur oberflächlich durchsucht. Es gibt zahlreiche Bereiche auf dem Schiff, die nicht durchsucht werden, wie die Kläranlage, oder das Müllbeseitigungssystem.

Auch auf dem Meer wurde gesucht, aber aufgrund des Wellengang, der Temperatur des Wassers, und der großen Weite wird auch darin so gut wie Niemand mehr gefunden. Gerät man in den Schiffsschrauben oder den Antriebsdüsen, ist man restlos verschwunden.

Ein Polizeibeamter der Royal Bahamas Police Force (RBPF) “[flog] zu dem Schiff, um nach seiner Rückkehr nach Los Angeles drei Tage nach dem Verschwinden Nachforschungen anzustellen. Er soll „mehrere Tage lang Untersuchungen an Bord“ durchgeführt haben. […]

Auch die Eltern wurden nach Los Angeles geflogen, trafen den Beamten und wurden mit einem Wagen mit verdunkelten Scheiben von Disney Cruises zum Schiff gefahren, nachdem die Passagiere von Bord gingen, an Bord gebracht.

Der Kapitän berichtete, dass ihre Tochter von einer Welle aus dem Besatzungs-Pool ins Meer gespült wurde. Auch seien am Pool zwei Schuhe gefunden worden, von denen die Eltern sagten, dass sie zu klein für ihre Tochter seien.

Mord oder Selbstmord?

Die Ermittler fanden in den gesicherten Kleidungsstücken zerrissene Kleidung. Die Eltern berichten darüber, dass auf dem Konto ihrer Tochter verdächtige Bewegungen nach dem Verschwinden stattfanden. Wurde sie wegen Geld ermordet und entsorgt?

Nach sechs (!), 2018, berichtete ihre Lebenspartnerin, Tracie Medley, auch ein Besatzungsmitglied, dass sie in der Nacht einen Dreier mit einem Mann hatte. Dies könnte Rebecca als Verrat empfunden haben, sie hatte Angst, ihre Freundin zu verlieren, stieg über Brüstung am Pool und sprang ins Meer.

Aber das sind nur Vermutungen.

Ständig verschwinden Menschen von Kreuzfahrtschiffen

Leider ist auch dieser Fall tragisch, die Angehörigen werden sich zeitlebens fragen, was genau geschehen war – und wer daran Schuld trägt. Sie werden es leider nie erfahren. Es ist unglaublich, aber ständig verschwunden auf Kreuzfahrtschiffen Menschen spurlos. Doch dieser Umstand wird gewollt verschwiegen. Die Reederei unternehmen alles, dass nach einem Verschwinden vom Sicherheitsdienst sämtliche Spuren des verschwundenen Passagiers im System gelöscht werden. Tatorte werde schnellstens gereinigt, Personal eingeschüchtert, kein falsches Wort zu sagen.

Die Angehörigen werden mit Beschwichtigungen ruhig gestellt. Doch warum? Nun, es ist wieder einmal das Geld. Liegeplätze in Häfen kosten Geld, viel Geld. Wird das Verschwinden eines Passagiers publik, muss die örtliche Polizei gerufen werden, die natürlich das Schiff durchsucht und – wenn Spuren gefunden werden – den Tatort sichert.

Bis dieser behördlich wieder freigegeben wird, kann es Tage dauern. Polizei an Bord beunruhigt die Passagiere, es werden unbequeme Fragen gestellt. Die zusätzliche Liegezeit kostet, die Kreuzfahrt verlängert sich, Passagiere verpassen ihre Flüge, und das Personal muss über Vertragslaufzeit länger bezahlt werden.

Das alles kostet der Reederei Geld. Also ist es billiger, das Verschwinden von Passagieren gar nicht erst im Hafen zu melden. Das klingt kalt und gefühllos, läuft aber derartig täglich auf Kreuzfahrtschiffen ab.

https://en.wikipedia.org/wiki/Disappearance_of_Rebecca_Coriam

https://allthatsinteresting.com/rebecca-coriam

 

Abgerufen am 27.10.2020 um 18.00 h

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