Katastrophen der Menschheit: Die Feuerhölle von Herborn 07.07.1987

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Ein Tanklastzug mit defekten Bremsen raste an diesem denkwürdigen Tag in eine Herborner Eisdiele. Der Fahrer wusste nicht, dass sein Tanklaster eigentlich repariert werden sollte.

Herborn, 07.07.1987

Die beliebte Stadt mit ihren Fachwerkhäusern, den altertümlichen Strassen, war bei Touristen äußerst beliebt. Der Tag war heiß und schwül, so dass die Menschen nach Abkühlung suchten. Die Eisdiele “Maria” war damals gerade bei den Jugendlichen beliebt, und daher auch an diesem Abend rege besucht und voll mit Jugendlichen. Die Innenstadt wurde ebenso reichlich von Menschen frequentiert. In der Nähe der Eisdiele lag auch ein Fitnessstudio, mit reichlich Gästen und Kunden.

In die Stadt hinein führt eine steile, äußert abschüssige Strasse, auf der zur damaligen Zeit auch Lastwagen fuhren.

Strasse nach Herborn, gegen 21.00 h

Ein Tanklastzug war unterwegs von Koblenz zum Westerwald, betankt mit Benzin, das für eine Tankstelle in der Nähe von Herborn bestimmt war. Der unwissende Fahrer hatte vorher eine Woche Urlaub, dies war sein erster Arbeitstag. Der Werkstattmeister der Spedition bestand vorher darauf, diesen Tanklastwagen zu warten, da dessen Bremsanlage Fehler aufwies; der Spediteur weigerte sich, ihn außer Dienst zu stellen. Der nichtsahnende Fahrer übernahm daher einen Tanklastzug mit defekten Bremsen und war auf dem Weg nach Herborn.

Bereits während der Fahrt stoppte er zwei Mal, einmal zum Essen, ein anderes Mal um nach seinem Gefährt zu sehen, da der Laster Probleme machte, die der erfahrene Fahrer nicht einordnen konnte. Bislang war die Wegstrecke gerade. Nun kam das Gefälle hinunter Richtung Herborn. Panisch stellte er fest, dass die Bremse versagt und der Laster, durch das Gefälle, immer schneller wurde.

Der Fahrer verlor die Kontrolle über den Laster, der in der Innenstadt in das vollbesetzte Eiscafe raste. Das Gebäude stürzte ein, es entstand die “Feuerhölle von Herborn”. Die gesamte Innenstadt stand binnen Sekunden in Flammen, ein ohrenbetäubender Flammenpilz schoss in die Höhe, weither im Umland sichtbar.

Binnen Sekunden wurden alle Rettungskräfte alarmiert, die greifbar waren. Von weither fuhren Rettungswagen, Notarztwagen, Feuerwehren, alles, was irgendwie fahren konnte, Richtung Herborn.

Im örtlichen Krankenhaus wurden Opfer eingeliefert, schwer verbrannt, verletzt und unter Schock. Schnell kam das Personal an seine Grenzen.

Durch den beschädigten Tanklastzug drang Benzin in die Kanalisation, so dass zeitweise zu befürchten stand, dass die gesamte Innenstadt in die Luft fliegen könnte.

Danach

Sechs Menschen kamen ums Leben und 38 wurden verletzt. Zwölf Häuser brannten ab und 44 Menschen verloren dadurch ihre Wohnungen. Der Fahrer konnte schwerverletzt von Passanten aus dem Führerhaus geborgen werden, bevor der Laster explodierte. Der Spediteur wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Innenstadt wurde neu aufgebaut, auch heute steht an der Unglücksstelle ein Eiscafe.

Zur Stadt hinein führt nun eine schwere Kurve, die außer Kontrolle geratene LKW in ein Schotterbett leitet, das man auch im Fall einer technischen Panne zur Bremsung eigenständig ansteuern kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fbrand_von_Herborn

https://www.youtube.com/watch?v=61N8pB9_tXw

Jeweils abgerufen am 19.05.2020 um 12.20 h

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