Katastrophen der Menschheit: Das Yarnell-Hill-Feuer am 28.06.2013

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Funkchaos, Koordinierungsfehler, eine plötzliche und unentdeckte Richtungsänderung des Brandes sowie ein bislang unbekannter Materialfehler der Rettungssäcke der Feuerwehrmänner der Granite Mountain Hotshots sorgten für den Tod von 19 Mitgliedern dieser Feuerbekämpfungs-Elite-Einheit.

Das Yarnell-Hill-Feuer am 28.06.2013

Dieser auf natürlicher Art durch Blitzschlag in das trockene Unterholz entstandene Waldbrand entstand in den Yarnell Hills/Arizona und tobte bis zum 10.07.2013. Als Folge dieses gigantischen Waldbrandes, das drittstärkste Feuerwehrunglück in den VSA, zerstörte 100 Häuser der nahen Stand Yarnell.

Trockenheit und starke Winde vermiesten jeden Feuerbekämpfungsansatz, das Feuer tobte unkontrolliert, und der Wind änderte ständig seine Richtung und Stärke, so dass der Waldbrand als gefährlich und nicht kontrollierbar galt.

Granite Mountain Hotshots/Prescott

Die 20 Elite-Feuerwehrmänner erhielten ihre Zulassung als Feuerspringer im Jahre 2008 und waren bundesweit in den VSA als Feuerspringer im Einsatz. Sie waren erfahrene Feuerwehrmänner und qualifiziert in der Waldbrandbekämpfung. Diese Männer wurden am 30.06.2013 zum Waldbrand gerufen und sollten u. a. auch eine wichtige Strasse als Evakuierungsstrecke vom Feuer freihalten. Ferner sollte die südliche Flanke des Brandes bekämpft und verhindert werden, dass der Brand in den Rücken der anderen Feuerspringern aus anderen Bundesstaaten der VSA fiel. 

Als Schutzbunker für Notfälle, die jederzeit geschehen konnten, wie sich an später herausstellen würde, sollte eine Ranch dienen, die feuerfest gebaut wurde und für solche Fälle ständig bereit stand. Sie diente als feuerfester Bunker.

Die Feuerwehrmänner besaßen ferner einen mobilen “Rucksack” (so können Sie sich das besser vorstellen) als Feuerbunker zum Selbstschutz, in denen diese im äußersten Notfall Schutz vor einem sie überrollenden Feuer suchen konnten. Diese Säcke wurden in der Theorie getestet und galten – bereits vor diesem Unglück – als unsicher.

Die Katastrophe

Der Leiter der Gruppe erhielt um 15.42 h die Bitte, bei der Feuerbekämpfung in Yarnell mitzuhelfen, was dieser jedoch ablehnen musste, da sie einerseits zu weit entfernt lagen und andererseits gerade aktiv in einer Brandbekämpfung-Massnahme seien.

Als Ausguck auf einem Felsbrocken wurde McDonough abgestellt, der aufgrund einer Schlangenbissverletzung am Bein verletzt war. Dieser sollte dort das Feuer im Auge behalten und vor Richtungsänderungen warnen. Das Feuer zog durch den starken Wind getrieben Richtung Yarnell; diese Stadt wurde nun evakuiert.

Gegen 16.00 h entschloss sich der Gruppenchef dazu – aus bislang unbekannten Gründen – seine Leute zur Schutzranch zu beordern, wobei sie die zu sichernde Strasse passierten, in einen U-förmigen Canyon zogen, und das entfernte Feuer sahen, das Richtung Stadt zog.

Im Canyon hatten sie keinen Sichtkontakt zum Feuer und auch der Funk war gestört.

Die Einsatzleitung war noch davon überzeugt, dass die Gruppe in der Schutzzone sei.

Richtungsänderung des Brandes

Der Ausguck bemerkte die plötzliche Richtungsänderung des Brandes zum Canyon hin und auf seiner Position zu. In einer sehr hohen Geschwindigkeit zog der Brand, durch starken Wind getrieben, auf ihn zu. Er konnte nur in knapper Not entkommen und wurde im Zuge der Stadtevakuierung später gerettet und zum Basiscamp verbracht. 

Im Canyon wurde die Gruppe von der Richtungsänderung des Brandes überrascht, der nun auf sie aus Richtung Schutz-Ranch zukam. Um 16.38 h meldete der Chef der Einsatzleitung, sie sähen vor sich das Feuer

Dies war der letzte Funkkontakt, spätere Nachfragen seitens der Einsatzleitung wurden nicht mehr beantwortet; auch bereits vorher erhielt der Ausguck auf seine Warnmeldung keine Antwort darüber, wo sich die Gruppe genau befand. Die Position der Gruppe war nach wie vor unbekannt.

Der Canyon war, wie bereits erwähnt, U-förmig. Richtung Ranch der Ausgang, hinter ihnen ein steiler Bergkam mit starkem, trockenen Unterholz. Das Feuer kam in rasender Geschwindigkeit auf sie zu – es gab kein Rückweg mehr, das Feuer war zu schnell.

Der Canyon war mit trockenem Unterholz gefüllt, gefundene Nahrung für den rasenden Brand. Die 19 Feuerwehrmänner entschlossen sich dazu, in ihren Schutzrucksäcken zu steigen und sich so vermeintlich in Sicherheit zu begeben.

Der Ausguck Brendon McDonough war zu diesem Zeitpunkt bereits im sicheren Basislager in der Zentrale.

Die Suche

Die Einsatzleitung entschloss sich, da kein Funkkontakt zur Gruppe hergestellt werden konnte, zu einer Suche. Nach einer Stunde wurden die verbrannten Überreste der Feuerwehrmänner gefunden. Alle 19 verstarben in dem Brand, dessen Temperaturen wie in einem Krematorium waren.

Ursache

Als Unglücksursache wurden die Rucksäcke ausgemacht, die den hohen Temperaturen dieses Brandes nicht standhalten konnten. Die Rucksäcke wurden nach diesem Unglück entsprechend verbessert. 

Eine Untersuchung ergab später, dass sie selbst bei bester Qualität der Rettungssäcke diesen Brand nicht überlebt hätten. Es war zu viel Brandlast im Canyon, die die Temperaturen des Brandes noch weiter entfachten. Es gab unter keinen Umständen eine Überlebensmöglichkeit für sie. Weshalb die Gruppe ihre sichere Position verließ, ist bis heute unbekannt.

Die Witwen der Toten gründeten einen Verein, der sich um Verbesserung der Ausrüstung für Feuerwehrmänner einsetzt.

Der Überlebende schrieb ein Buch über dieses Unglück und leidet bis heute an einem Überlebens-Syndrom.

Die Todesstätte gilt heute als Erinnerungsort an diesen Toten.

Granite M HS memorial
Granite M HS memorial

Es existiert eine Mahnseite unter https://www.gmihc19.org/.

Verfilmung

Die Ereignisse wurden im Film “No Way Out – Kein Zurück” verfilmt.

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Yarnell_Hill_Fire

https://www.gmihc19.org/

https://www.google.com/search?sxsrf=ALeKk002sq3by6nqghswpCXksljmZYo3yQ%3A1587203028991&ei=1MuaXp-IPIG2kwXsvrKYBw&q=granite+mountain+hotshots+memorial+state+park&oq=Granite+Mountain+Hotshots+&gs_lcp=CgZwc3ktYWIQARgBMgQIABBDMgIIADICCAAyAggAMgIIADICCAAyAggAMgIIADICCAAyAggAOgQIABBHOgYIABAWEB46BQgAEM0CUMT5kAFY-YiRAWCOn5EBaABwAngAgAFjiAHpApIBATSYAQCgAQGqAQdnd3Mtd2l6&sclient=psy-ab

Jeweils abgerufen am 18.04.2020 um 12.20 h

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