Weil sie Deutsche sind – Massaker von Postelberg

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03.06. – 07.06.1945

Nachdem die Russen am 08.05.1945 aus Postelberg abgezogen waren, begann das planmäßige Ermorden alles Deutschen in diesem Ort. Zwischen dem 03.06. – 07.06.1945 wurden 763 deutsche Männer und Jungen im Alter von 12 bis über 60 Jahre gefoltert und erschossen. Sie stammten – jedenfalls überwiegend – aus der Nachbarstadt Saaz (Žatec) und waren am 3. Juni auf einem Todesmarsch hierher getrieben worden.

Saaz: Zusammentreiben der Männer

Am 3. Juni wurden die Männer von Saaz/Zatec (13 bis 65 Jahre alt, auch Kranke und Krüppel) unter großer Gewalteinwirkung und vielen Schüssen auf dem Marktplatz von Saaz zusammengetrieben. Es waren ungefähr 5000 Menschen. Nachzügler wurden auf der Stelle erschossen.

Drei Deutsche, die von ihren Wohnungen aus dieses unmenschliche Treiben verfolgten, nahmen sich das Leben, um nicht in die Hände der Verbrecher zu fallen.

Gang nach Postelberg

Im Laufe des Vormittags wurden die Männer und Knaben in drei Kolonnen unter Peitschenhieben und Schüssen nach Postelberg getrieben, das 15 km von Saaz entfernt lag. Wer nicht mehr gehen konnte, wurde sofort erschossen. Postelberg war menschenleer, da die Bewohner zuvor in Lager getrieben wurden.

Das Ziel die Kaserne in Postelberg (Posteloprty)

Um Mitternacht erreichte ein Nachtrupp mehr tot als lebendig den Kasernenhof in Postelberg. Dabei handelte es sich um 150 Männer, die aus dem Gefängnis in Saaz heraus getriebenen wurden..

Alle Männer saßen während der Nacht auf dem Boden des Kasernenhofs und durften auch zur Notdurft ihren Platz nicht verlassen. Sobald einer sich erhob, wurde geschossen. Es gab Tote und Verwundete, um die sich niemand kümmerte.

Ebenso wie in Landskron erfolgte das planmäßige Ermorden unschuldiger Deutscher gestaffelt.

Am zweiten Tag, dem 04.05.1945, wurde geraubt:

Zuerst mußten die Deutschen ihre Toten und Verwundeten in den Splittergraben werfen, der die Latrine war. Schüsse aus Maschinenpistolen erlösten die Verwundeten von ihren Leiden. Tschechen sammelten in großen Kisten Geld, Uhren und Ringe ein. Briefe, Dokumente und Medikamente wurden vernichtet.

Die Nacht zum 5. Juni verbrachten die Postelberger in den Ställen, in denen man wegen der Hitze und Enge kaum atmen konnte. Im Hof wurden während der ganzen Nacht Männer wegen Nichtigkeiten erschossen.

Am dritten Tag, dem 5. Juni, begann das Aussortieren für das planmäßige Morden:

Die Stalltüren wurden geöffnet. Wer nicht schnell genug in den Hof rannte, wurde erschossen. Es wurden Abteilungen gebildet, in denen sich die Männer der SS, SA, NSKK, der Wehrmacht und der Sudetendeutschen Partei sammeln sollten.

Die einen kamen hinter Stacheldraht, die anderen sperrte man in Ställe ein, andere wurden in Arbeitsgruppen eingeteilt. Gruppen wurden zum Lagertor hinausgeprügelt und kamen nicht zurück. Sie gingen in den Tod. In diesem unbeschreiblichen Durcheinander wurde ständig geschossen und geschlagen. Tote mußten in die Latrine geworfen werden. Geschah das nicht schnell genug, beförderte ein Schuß den Transporteur gleich hinterher. Es gab auch an diesem Tag nichts zu essen.

Am vierten Tag, dem 6. Juni, erfolgte das Kindertöten:

[…]”In der Nähe des Kasernentors saßen wie alle Tage etwa 120 Jungen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Als ein Arbeitstrupp die Kaserne verließ, schlossen sich fünf Jugendliche unauffällig an. Sie wollten so dieser Hölle entgehen. In Postelberg wurden sie aufgegriffen und zurückgebracht.

Vor den versammelten Gefangenen mußten sich diese Knaben entkleiden. Sie wurden am ganzen Körper gepeitscht, so daß das Blut in Strömen floß und sie in einer großen Blutlache kauerten oder lagen. Niemand im Hof durfte sich rühren. Nach einer halben Stunde wurden die Geschundenen einzeln nach der Reihe erschossen. Anschließend wurden Trupps mit bis zu 80 Mann aus der Kaserne hinausgeführt. Die Männer wußten, daß sie in den Tod gingen. (Noch bis Mitte Juni wurden hier Menschen erschossen.”[…]

Am 6. Juni wurden 800-1.000 Männer in das KT(=KZ) 28 Litvinov (Oberleutensdorf) überstellt, andere wurden zur Zwangsarbeit nach Laun (Louny) zugewiesen, ein Teil der Geschundenen kehrte nach Saaz (žatec)zurück, wo man sie in den dortigen Lagern konzentrierte.

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