Katastrophen der Menschheit:  Bruch des Witka-Dammes

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Ein Damm auf Höhe der Zeit, wird von der anrollenden Wasserwelle der Witka überspült und stürzt in sich zusammen. Eine gigantische Flutwelle fließt entlang der ohnehin überfluteten Neisse Richtung Görlitz und reißt in ihrem Lauf alles mit, was nicht niet- und nagelfest war.

Der Witka-Damm

Der Witka-Damm wurde im Zeitraum 1958 – 1962 erbaut und staut die Wittka und weitere Flüsse für ein Kraftwerk auf. Der Damm war technisch auf der Höhe der Zeit, die letzte Inspektion 2009 zeigte keinerlei Mängel. Daher war der Dammbruch am 07.08.10 sowohl für Polen als auch für Deutschland nicht vorhersehbar und die Anliegerstädte an der Neiße wurden plötzlich mit einer neuen Flutwelle überrascht.

Flutwelle in Görlitz August 2010

Zum Zeitpunkt des Dammbruches ereignete sich ein Hochwasserereignis im Raum Görlitz. Die Neiße führte Hochwasser und sie und weitere zahlreiche Zuflüsse traten über die Ufer. Vorhersagen gingen davon aus, dass sich das Hochwasser in den nächsten Tagen harmonisieren würde. Das Hochwasser war für die Einheimischen ein Ereignis, das zwar schlimm, aber nicht katastrophal war.

Wie bereits erwähnt, war der Damm auf Höhe der Zeit, zum Zeitpunkt des Ereignisses aber bereits überfüllt. Die ersten Warnmeldungen vom Vormittag des 07.08.10, dass durch den anhaltenden Regen eine Flutwelle in der Witka zum Stausee rollt, wurde von den Verantwortlichen zunächst nicht ernst genommen, bis diese eintraf. Man dachte, dass die drei auf 5 m geöffneten Fluttore dieser Flutwelle Herr würden.

Schnell wurden die drei Fluttore geöffnet, um den Pegel zu entlassen, doch die Öffnung erfolgte zu spät. Um 15.00 h stieg der Zufluss nochmals an; um 15.50 h wurden die anfangs aus Sicherheitsgründen nur halb geöffneten Fluttore gänzlich geöffnet, in der Hoffnung, dass der Pegel schnell abfloß. Es war bereits zu spät, der Pegel stieg und stieg trotz vermeintlicher Vollentlastung durch die gedachten gänz auf ihrer Höhe von 5 m geöffneten Tore.

Gegen 17.20 h trat genau das ein, was einem Staudamm nie ereilen sollte: die Dammüberspülung, um 18.00 h brach der Damm in Gänze.

Das ohnehin hohe Hochwasser in der Neiße wurde nochmals um vier – sechs Meter höher und überspülte in Sekunden ganze polnische und deutsche Landstriche.

Ursache

Da der Damm technisch auf der Höhe war, musste die Ursache des Dammbruches woanders liegen. Der Staumeister gab an, alle drei Fluttore gemäß den Richtlinien ordnungsgemäß zunächst nur klein, dann mittel und letztendlich gänzlich geöffnet zu haben, um eine Druckentlastung des Dammes zu bewirken. Daher richtete sich die Aufmerksamkeit der Untersuchung auf die Fluttore. Und dort wurde man fündig.

Denn die drei Fluttore waren zum Ende nicht alle gleich hoch geöffnet. Es wäre eine Öffnung bis auf 5 m Höhe möglich gewesen; dann wäre der Damm nicht überspült worden. Allerdings waren zwei Tore auf 2.50 h Höhe hängen geblieben, der Dritte lediglich auf 1.25 m Höhe. Dem Staumeister konnte daher keine Schuld zugewiesen werden, da die Tore über Elektronik gesteuert wurden und diese falsche Anzeigen lieferte.

Nach dem Zusammenbruch des Dammes wurde ein neuer Damm auf Höhe der Zeit von 2010 mit Überlaufsperrwerk errichtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_in_Mitteleuropa_im_Fr%C3%BChjahr_2010

https://de.wikipedia.org/wiki/Nied%C3%B3w-Stausee#Ablauf

 

Jeweils abgerufen am 23.01.2020 um 12.35 h

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