Katastrophen der Menschheit: The Station Fire am 20.02.2003

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Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Falscher Umgang mit Feuerwerken, entflammbare Schalldämmung und ein mit Besuchern überfüllter Veranstaltungsraum führten zur größten Brandkatastrophe des Jahres 2003.

Brand im Nachtclub “The Station” West Warwick

Der Abend des 20.02.03 sollte für Rockfans ein schöner und besonderer Abend im Club “The Station” werden, denn an diesem Abend trat im bekannten Rock-Club die Band “Great White” auf. (Oder sollte zumindest dort auftreten, doch es war – was später herauskam – eigentlich eine “Leihband”, die zwar den Sänger hatte, aber andere Mitglieder). Wie dem auch sei, das Ereignis zog etwa 600 interessierte Besucher an, obwohl der Club für nur 402 Besucher ausgelegt war. Er war damit hoffnungslos überbelegt.

Der Sänger der Band “Great White” sagte während der Untersuchung, dass er vom Feuerwerk nichts wusste und auch niemals zugestimmt hätte, dass in einem derartig überfüllten Saal welches entzündet würde. Wie es der Zufall (oder das Schicksal) wollte, war an diesem traurigen Abend auch ein Kamerateam des örtlichen TV-Senders vor Ort, der ausgerechnet über die “Sicherheit von Nachtclubs” dokumentieren wollte, und der Club-Inhaber lud das Kamerateam dazu ein, da er seinen Club als Vorzeigeobjekt ansah.

Schallisolierung

Der Club benutzte als Schallisolierung Material der billigeren Art. Ein Schaumstoff, der ausgerechnet schnell entzündlich war und obendrein noch feuerförderlich. Mit dieser Art der Isolierung waren auch noch alle Wände – und die Decke! – überzogen.

Der Vorgang

[Eine Vorbemerkung/WARNUNG: Das verlinkte Video dokumentiert den gesamten Vorfall und enthält schreckliche Bilder. Nutzung auf eigener Gefahr! Das Video sollten sich nur gefestigte Zuschauer anschauen!]

Gegen 23.07 h trat die Band auf. Die Stimmung war im Vorfeld heiter und ausgelassen, die Besucher wollten endlich die Band hören. Der Sänger begann das erste Lied, als auch zwei Feuerwerksfontänen starteten, die ihren Feuerstrahl gegen die Decke richteten, die sodann langsam von zwei Seiten zu brennen begann. Die Besucher nahmen das beginnende Feuer zwar wahr, doch reagierten nicht, viele hielten dies für eine Bühnenshow, wie später in der Untersuchung von Überlebenden berichtet wurde und was auch im Video ersichtlich ist. 

Erst als der Feueralarm heulte, bewegten sich erste Menschen langsam zum Ausgang. Als schwarzer, dichter Rauch entfachte, brach Panik aus. Was nun folgte, geschah innerhalb von 37 Sekunden. Der Club hatte vier Notausgänge, von denen nur einer benutzt wurde: der Haupteingang. Es ist leider so, dass panische Menschenmassen im Herdentrieb verfallen und dorthin flüchten, wo sie in Räume hinein kamen; so begann das Drama.

Der Notausgang

Im Herdentrieb dem Vordermann folgend, flüchteten Alle zum Ausgang und verkeilten sich regelrecht übereinander im Türrahmen. Das waren noch die “Glücklichen”, die im Freien waren und nach und nach gerettet wurden (zum Teil mit schwersten Verbrennungen). Im Club hatte sich binnen weniger Sekunden die gesamte Schallisolierung entzündet, und floß auf die Besucher nieder, die nicht zum Ausgang gelangten und brannten, schwarzer Rauch erfüllte den gesamten Raum. Eine Sekunde später entzündete sich dieser Rauch, und das gesamte Gebäude entzündete sich.

Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Feuerwehr konnte dagegen nichts ausrichten. Etwa 232 Besucher konnten sich ins Freie retten und mussten dort miterleben, wie brennende Besucher an den Fenstern klopften, einige versuchten tatkräftig, den Knäuel im Türrahmen zu entwirren.

Etwa 100 Besucher starben, ca. 230 Besucher erlitten schwerste Verbrennungen. 

Die Trümmer wurden entfernt, heute ist an dieser Stelle ein Denkmal für die Opfer dieser schrecklichen Nacht.

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